"Er war meine Kraft, ich sein Licht", schrieb Anwar Sadats Witwe Jehan über ihren Mann, der 1981 bei einer Militärparade von Fundamentalisten erschossen wurde. "In meinen Augen war Sadat ein Held", äußerte Helmut Schmidt, sichtlich bewegt, unlängst in einer Fernsehsendung. Statt nach dem Tod ihres Mannes zu resignieren, vermittelt sie zwischen West und Ost, engagiert sich für die Rechte muslimischer Frauen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 08.12.2009
Eine Empfehlung kann Cathrin Kahlweit nicht wirklich für Jehan Sadats Bekenntnisschrift aussprechen. Die Witwe des früheren ägyptischen Präsidenten Anwar Sadat breitet darin ihren Ansichten zur Lage der Frauen und zum Nahen Osten allgemein aus, und die Rezensentin liest es mit sinkendem Interesse. Schon der gespreizte Titel fällt ihr unangenehm auf, dann richtet Jehan Sadat ihren Blick auch selten auf die Gegenwart oder die Zukunft, sondern vor allem auf die Vergangenheit, genauer gesagt auf ihren Mann und seinen Verdiensten, erfahren wir von Kahlweit, die schließlich doch noch die Geduld verliert (während sich die Leserin ihrer Rezension schon viel früher fragt, was sie überhaupt bewogen hat, dieses Buch zu lesen). Völlig gegen den Strich geht der Rezensent jedoch, dass Jehan Sadat die Realität völlig ausklammere und - da sei sie ganz gläubige Muslimin und oberste Landestochter - einem keuschen, gehorsamen Frauenbild das Wort rede, das Kahlweit sonst nur aus der Mottenkiste kennt.
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