Perlentaucher - Das Kulturmagazin

| Folgen Sie uns auf Twitter | Folgen Sie uns auf Facebook | Anmelden | Mobil | RSS | Newsletter

zuletzt aktualisiert 12.02.2012, 21.04 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Ulrich Horstmann

Die Aufgabe der Literatur

oder: Wie Schriftsteller lernten, das Verstummen zzu überleben

Cover: Die Aufgabe der Literatur

S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2009
ISBN-10 3596183618
ISBN-13 9783596183616
Kartoniert, 271 Seiten, 12,95 EUR

Bestellen bei Buecher.de

Klappentext

Schriftsteller wollen immer schreiben, denkt man. Doch es gibt Ausnahmen: Dichter, die das Schreiben aufgegeben haben. Warum? Und wie kommen sie damit zurecht? Hölderlin z.B. verlor den Verstand, Philip Larkin verglich die Leere im Schädel mit der Glatze darauf und ging zur Tagesordnung über. Ulrich Horstmann hat sich die Strategien der beherzten Entdramatisierung und der gewitzten Katastrophenbewältigung angesehen und schildert pointiert, wie Autoren von Swinburne, Rimbaud, Walser, Beckett, Koeppen bis zu Hildesheimer ausprobierten, ob und wie sich ganz im Stillen leben lässt.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 17.12.2009

Rezensent Andreas Langenbacher will sich gar nicht lange mit den Einwänden aufhalten, die man gegen diesen Essay erheben könnte. Dass Ulrich Horstmann sein Sujet mit manchmal recht gewagten Strichen hervorhebt, verzeiht er ihm gern. Denn hier schreibt jemand leidenschaftlich und dennoch konzise. Es geht um die Schriftsteller, die eines Tages nicht mehr schreiben konnten oder nicht mehr wollten und also die Literatur aufgaben, mal unter Schmerzen, mal selbstbewusst, als erklärtes Finito oder umkämpftes Finale. Horstmann, berichtet Rezensent Langenbacher weiter, beginnt mit den entmündigten Hölderlin, Robert Walser und John Clare, fährt fort mit Rimbaud und  dem trunksüchtigen Swinburne (wobei er Wert darauf legt, dass dieser nicht einmal im Delirium tremens seine Sprache verlor, sehr wohl aber bei der Entziehungskur), und kommt schließlich Laura Riding Jackson, Salinger, Koeppen und Hildesheimer. Hier, freut sich Langenbacher über diese Fortschreibung der "Philosophie der Menschenflucht", erweist sich einer als prospektiver Schwarzseher.

Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.12.2009

Die von Ulrich Horstmann mit viel Sympathie entworfene Ahnengalerie literarischer Verweigerer unter besonderer Berücksichtigung von "Irrenhäusler, Alkoholiker, Selbstmörder, Spiegelfechter" liest Rezensent Werner von Koppenfels als originelles Kapitel der Komparatistik. Den ironiegeschulten Essayisten Horstmann hört er dabei angenehm häufig heraus, wenn der Autor seine Neinsager von Hölderlin, Rimbaud ("Merde pour la poesie") und Robert Walser bis Beckett, von Koeppen bis Larkin vorstellt. Und die Misanthropie, der Pessimismus hinter solchen Arbeits- und Lebensmodellen? Sind schon vorhanden, auch für den Autor, stellt Koppenfels fest, doch bleiben sie in dieser Erhebung eher unerheblich.

Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks

Mailen | Drucken | Merkzettel | Empfehlen auf Facebook | Twittern |

blog comments powered by Disqus

Archiv: Bücherschauen

Uangenehm plausibel

11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen

Archiv: Vorgeblättert

Joan Didion: Blaue Stunden

09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen

Maria Sonia Cristoff: Unbehaust

06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen

Lisa Kränzler: Export A

02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren