Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 12.02.2012, 21.04 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Manfred Lütz

Irre!

Wir behandeln die Falschen. Unser Problem sind die Normalen. Eine heitere Seelenkunde

Cover: Irre!

Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh 2009
ISBN-10 3579068792
ISBN-13 9783579068794
Gebunden, 208 Seiten, 17,95 EUR

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Klappentext

Bestsellerautor Manfred Lütz führt uns in die außergewöhnliche Welt der rührenden Demenzkranken, hochsensiblen Schizophrenen, erschütternd Depressiven, mitreißend Manischen und dünnhäutigen Süchtigen. Er holt die psychisch Kranken gleichsam aus dem professionellen Ghetto. Seine These: "Um die Normalen zu verstehen, muss man erst die Verrückten studiert haben."

BuchLink. In Kooperation mit den Verlagen (Info):
Manfred Lütz: Irre - Leseprobe beim Gütersloher Verlagshaus

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 17.02.2010

Werner Bartens macht mit Manfred Lütz' Buch kurzen Prozess und verreißt es als staubtrockenes, wissenschaftlich ungenaues und zudem mit enervierenden Scherzen und unfreiwilliger Komik angereichertes Buch. Lütz' Einführung in die Geschichte der Psychiatrie findet der Rezensent wenig erkenntnisfördernd und eher langweilig. Das im Titel angekündigte Thema wird bestenfalls am Anfang angerissen und was der Autor darüber zu sagen hat, erschöpft sich in Binsenweisheiten, wettert Bartens weiter. Was ihn dabei besonders erbost, ist, dass sich so etwas auch noch "wie blöde verkauft". Am Ende holt der Rezensent zum letzten Schlag aus, wenn er befindet, dass sich selbst Michel Foucaults Werke vergnüglicher läsen.

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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 10.12.2009

"Es lebe die Abweichung!" macht Ursula März in diesem Bestseller als Botschaft aus, um sich sogleich zu fragen, wieso dann eigentlich Machart "von Buch und Botschaft" so ausdrücklich auf dem Prinzip der Anpassung beruhen. Denn Manfred Lütz stochere so ungenau in den Gefilden des Normalen, konstruiere so unscharf seinen Begriff der Abweichung dagegen, dass der Kritikerin diese pauschale Aufforderung zur Abweichung doch höchst verdächtig erscheint. Denn Lütz schaue weder genau hin noch wolle er irgendetwas genau wissen. Er bewege sich mit seinen Ausführungen dort, wo jeder mitreden und -denken könne, im Bereich des Laienhaften nämlich, in dessen Jargon das Buch folgerichtig, wie März schreibt, auch verfasst worden ist.

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