Bücherschau der Woche
Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.
Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
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Aus dem Archiv
- Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
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- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Klappentext
Aus dem Französischen von Lis Künzli. In einem Dorf irgendwo in Afghanistan sitzt eine Frau am Bett ihres schwerverletzten Mannes, der im Koma liegt. Im Zimmer ist es still, draußen hört man Schüsse, die Frau betet. Dann beginnt sie zu reden. Sie erzählt ihm, was sie ihm vorher nie sagen konnte, sie berichtet dem reglos Daliegenden von dem Drama, das die Ehe für sie bedeutet. Wie dem magischen "Stein der Geduld" aus der afghanischen Mythologie vertraut sie ihm ihren Schmerz an und beichtet ein Geheimnis, das sie seit langem bedrückt. Doch auch die Geduld eines Steins ist nicht unendlich.
Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 15.12.2009
Mit ambivalenten Gefühlen hat Rezensentin Angela Schader Roman gelesen, für den der seit 25 Jahren in Frankreich lebende afghanische Autor Atiq Rahimi den Prix Goncourt erhalten hat. Bis zum Schluss wurde Schader den Verdacht nicht los, dass hier nicht nur literarische Qualität, sondern auch das politisch korrekte Thema gewürdigt wurde. Es geht um eine afghanische Frau, die ihren im Koma liegenden Ehemann pflegt und dabei all die Grausamkeiten klagt, die er ihr angetan hat. Vieles dürfte der Lebensrealität in diesem "brutalisierten" Land entsprechend, glaubt Schader, die allein von der Sexualität des Mannes bestimmte Existenz der Frau, der Hass, die Abhängigkeit. Eher unrealistisch erscheint der Rezensentin dagegen das westlichen Vorstellungen doch sehr nahe Reflexionsniveau der Protagonistin, ihre Beredsamkeit und ihr rebellischer Geist.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19.11.2009
Joseph Hanimann zeigt sich äußerst beeindruckt, wie der afghanische Autor und Filmemacher Atiq Rahimi, der seit über zwei Jahrzehnten in Frankreich lebt, seinen Roman aus engstem Raum heraus entfaltet. Ein im Koma liegender afghanischer Partisanenkämpfer wird in einem Zimmer von seiner fürsorgenden wie anklagenden Frau gepflegt, deren ganze Existenz von seinem Überleben abhängt, auch wenn sie in der Ehe unter seiner Tyrannei gelitten hat, erfahren wir. Wenn sich die Frau in unaufhörlichen Reden über die Männerwelt mit ihrem brutalen Ehrenkodex Gedanken macht, entsteht eine durch und durch überzeugende Figur und nirgends gerinnt der Roman zur reinen "Thesenliteratur", wie der Rezensent bewundernd betont. Knapp und gleichzeitig voller Poesie demonstriere dieses Buch, wie "Beiläufiges in Geschichtsträchtiges mündet und umgekehrt", preist Hanimann. Dabei hebt er besonders hervor, dass die Emanzipation der Frau, die sich im begrenzten Areal des Zimmers abzeichnet, nicht auf die Sprengung "alter Bande", sondern auf "Zuwendung" setzt. Ganz großartig erscheint dem Rezensenten auch die Übersetzung von Lis Künzli, der es hervorragend gelinge, die rhythmischen Qualitäten des Romans ins Deutsche zu bringen.
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Uangenehm plausibel
11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen
Archiv: Vorgeblättert
Joan Didion: Blaue Stunden
09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen
Maria Sonia Cristoff: Unbehaust
06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen
Lisa Kränzler: Export A
02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen








