Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 12.02.2012, 14.50 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

David Peace

Tokio im Jahr Null

Roman

Cover: Tokio im Jahr Null

Liebeskind Verlagsbuchhandlung, München 2009
ISBN-10 3935890656
ISBN-13 9783935890656
Gebunden, 408 Seiten, 22,00 EUR

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Klappentext

Aus dem Englischen von Peter Torberg. Tokio, 1946: die Hölle auf Erden. Die Stadt liegt in Trümmern, ebenso wie die Seelen ihrer Bewohner. Es herrschen Angst und Korruption, niemand ist der, der er zu sein vorgibt. Inmitten der Schuttberge geht ein brutaler Serienmörder um, der junge Frauen missbraucht und erdrosselt. Die Polizei verhaftet schnell einen Verdächtigen, der aber nur einen der Morde gesteht. Inspektor Minami ist gezwungen, ältere Fälle neu aufzurollen, um den Täter zur Strecke zu bringen. Doch dabei verstrickt er sich in einem Netz aus Lügen und nackter Gewalt. Die Machenschaften des organisierten Verbrechens werden für ihn zur tödlichen Gefahr, genau wie die Intrigen innerhalb des Polizeiapparats. Langsam zerfließen die Grenzen zwischen Wahn und Wirklichkeit, und die Taten der Vergangenheit kommen ans Tageslicht. Denn auch auf Minamis Schultern lastet eine schwere Schuld.

Kein Schlaf, nur Albträume

David Peace ist schlicht und ergreifend der aufregendste Autor, den der britische Krimi derzeit zu bieten hat. Allerdings auch der düsterste... Thekla Dannenberg in Mord und Ratschlag

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 03.12.2009

Für Rezensent Tobias Gohlis war es fast ein wenig erwartbar, wie David Peace auch in seinem neuen Roman aufs Ganze zielt, jedem Entertainment abschwört und von einer demoralisierten Polizeitruppe erzählt, die im Nachkriegstokio einen Serienmörder zu überführen versucht. Wieder stellte sich dem Rezensenten die ganze Abscheulichkeit von Verbrechen dar, wieder geriet ihm die Lektüre zur Verzweiflungstat. Doch auch wenn Gohlis hier die Gefahr der Routine aufziehen sieht, will er dem Autor seine Könnerschaft nicht wirklich zum Nachteil geraten lassen. Zwischen Peace und dem "gängigen Unterhaltungsgesäusel", meint Gohlis, liegen "intellektuelle Kontinente".

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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.12.2009

Nach seinem "Red-Riding-Quartett" über den Yorkshire Ripper nimmt sich David Peaces neue Krimitrilogie erneut eines historischen Falls an, deren erster, nun auf Deutsch vorliegender Band in "Tokio im Jahr null", in der Übergangszeit nach dem Zweiten Weltkrieg, spielt, erzählt Rezensent Alexander Müller. Sehr dicht und beklemmend beschreibt der britische Autor seine zerrissene Hauptfigur Kommissar Minami, der eine Mordserie an jungen Frauen aufzuklären hat und selbst mit seiner dunklen Vergangenheit, dem korrupten Polizeiapparat und seiner eigenen Paranoia zu kämpfen hat, lobt der Rezensent. Tiefschwarz male Peace das Bild einer Stadt, in der sich Demokratie erst noch formen muss, so Müller, der vergebens nach einem Lichtblick auf eine etwas hellere Zukunft sucht. Für den Moment lässt sich der Rezensent von der Figur des mit sich selbst im Zwiespalt stehenden Kommissars überzeugen, allerdings könnte es passieren, dass Peaces stets "zerrüttete Erzähler" irgendwann zum Klischee werden, gibt Müller zu bedenken.

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11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen

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06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen

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02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen

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