Sosua ist gegenwärtig ein beliebtes Ferienparadies in der Dominikanischen Republik - auch für deutsche Karibikurlauber. Vor 70 Jahren, zu Beginn des Zweiten Weltkriegs, war die heutige Kleinstadt im Norden der Insel Hispaniola einer der wenigen "sicheren Häfen" für Juden. Während nahezu alle Länder ihre Grenzen gegenüber den Flüchtlingen aus Nazi-Deutschland verschlossen, sollte ausgerechnet in dem diktatorisch regierten Inselstaat ein landwirtschaftliches Vorzeigeprojekt nach dem Muster jüdischer Kibbuzim entstehen. Deutsche und österreichische Juden führten in den 40er Jahren auf der Karibikinsel die Milchwirtschaft ein, gründeten Agrarkooperativen, Lebensmittelläden, einen Sportclub, eine Synagoge und ein Krankenhaus. Einige der Siedler der ersten Stunde leben bis heute in der Stadt, die als die Wiege des dominikanischen Tourismus gilt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 16.11.2010
Mit zwei "anschaulichen" und informativen Büchern über die Geschichte jüdischer Siedler in der Dominikanischen Republik hat sich Renate Wiggershaus beschäftigt. Die Historikerin Susanne Heim hat gemeinsam mit dem Journalisten Hans-Ulrich Dillmann intensiv deutsche und dominikanische Quellen ausgewertet und vor Ort recherchiert, betont die Rezensentin. Besonders plastisch tritt Wiggershaus das Schicksal der europäischen Siedler durch Interviews mit Martin Katz und Luis Hess vor Augen, die zu den Ersten gehörten, die sich in Sosua niederließen. So freut sich die Rezensentin über "ein Stück lebendige Geschichtsschreibung".
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 14.11.2009
Mit Wohlwollen bespricht der in Mexiko lebende Journalist Wolf Dieter Vogel das vorliegende Buch. Er berichtet, dass der dominikanische Diktator Trujillo 1938 Tausenden Juden in der Dominikanischen Republik Asyl gewährte. Im Mittelpunkt des Buchs sieht er die Entwicklung der jüdischen Emigranten in Sosua, die Anfang der vierziger Jahre einen Kibbuz gründeten. Letztlich aber sei der Plan gescheitert, Sosua auch nach dem Krieg zu einem Zuhause für eine große Zahl von Juden zu machen. Dennoch seien einige geblieben. Vogel hebt die Schilderung von persönlichen Geschichten und die Beleuchtung von historischen Zusammenhängen hervor. Deutlich wird für ihn nicht nur, wie sich die internationale Entwicklung und jüdische Debatten auf die die Emigranten auswirkten, sondern auch deren Beitrag für die Modernisierung auf der Insel.
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