Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 12.02.2012, 14.50 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Dieter Hildebrandt

Schillers erste Heldin

Das Leben der Christophine Reinwald, geb. Schiller

Cover: Schillers erste Heldin

Carl Hanser Verlag, München 2009
ISBN-10 3446233326
ISBN-13 9783446233324
Gebunden, 191 Seiten, 17,90 EUR

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Klappentext

Als Schwester war sie Friedrich Schiller so nahe wie nur wenige Menschen. Heute imponiert uns Christophine Reinwald (1757-1847) als eine Frau, die ihr Leben selbst in die Hand genommen hat. Schiller nannte die ältere Schwester seine früheste Heldin. Ihr langes Leben war zunächst bestimmt von der Sorge um die jüngeren Geschwister inmitten einer strengen Familie, dann von der Vernunftehe mit dem Bibliothekar Reinwald aus Meiningen. Erst als Witwe lernt sie, was ihrem Bruder über Nacht gelungen war: die Freiheit, ein eigenes Leben zu führen. Dieter Hildebrandt macht uns mit der Biografie einer Frau bekannt, wie wir sie viel eher in der Gegenwart als im 18. und 19. Jahrhundert vermuten würden.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.01.2010

Manfred Osten findet nicht nur, dass Dieter Hildebrand "zu Recht" der fast vergessenen älteren Schwester von Friedrich Schiller wieder zu Aufmerksamkeit verhilft, er preist zudem seine Biografie Christophine Reinwalds als stilistisch glänzend und inhaltlich aufschlussreich. Der Rezensent freut sich an der "Empathie", mit der der Autor der heute kaum mehr bekannten Christophine, die ihren Bruder um zweiundvierzig Jahre überlebte, auf ihrem Lebensweg folgt, wobei er besonders ihre Darstellung bei Hildebrandt als "Avantgardistin des Älterwerdens" bewundert. Überzeugend und einfühlsam schildere er, wie sich Schillers Schwester, besonders nachdem ihr zwanzig Jahre älterer, durch Kleinlichkeit und Geiz geprägter Ehemann gestorben war, zu einer freien bürgerlichen Existenz von Schiller'schem Zuschnitt entwickelte, lobt Osten. Er hat die Lektüre offenbar in vollen Zügen genossen, und wenn der Rezensent schreibt, dass Hildebrandt irrt, wenn er meint, Christophine habe sich brieflich nie zu Goethe geäußert, und das auch gleich mit einem Briefzitat von 1800 belegen kann, tut das seiner Begeisterung ganz offensichtlich keinen Abbruch.

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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 02.11.2009

Judith von Sternburg fühlt sich an ihre eigene Großmutter erinnert. Das macht die unlarmoyante Art der von Dieter Hildebrandt nach Meinung der Rezensentin so hinreichend wie längenlos porträtierten ältesten Schwester Friedrich Schillers. Dass Christophine Reinwald eher keine Rührseligkeit provoziert, lernt Sternburg aus der hier dargelegten Lebensgeschichte. Der Ehemann zählte das Briefpapier ab und war auch sonst kein Göttergatte, und das einst vertraute Verhältnis zu Friedrich störte das beträchtlich. Kurios: Ihre Briefe verfasst Christophine laut Sternburg nicht in klassischem, sondern in Blogger-Deutsch!

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