In der beschaulichen nordenglischen Küstenstadt Scarborough wird eine Studentin grausam erschlagen aufgefunden. Monatelang tappen die Ermittler im Dunkeln - dann geschieht ein ähnliches Verbrechen. Ein Zusammenhang zwischen den beiden Opfern ist dennoch kaum herzustellen. Die ehrgeizige Polizistin Valerie Almond klammert sich an das allzu Offensichtliche: an ein Zerwürfnis innerhalb der Familie des zweiten Opfers. Lange Zeit ist ihr der Blick jedoch verstellt für das Gift, das in dieser Familie wirkt, und dessen Ursprung sie bis weit in die Vergangenheit hinein zurückverfolgen müsste. Bis hin zu einer grausamen Entdeckung an einem kalten Dezembertag vor dreißig Jahren. Und sogar bis in die Jahre des Zweiten Weltkriegs, als ein Kind auf geheimnisvolle Weise verschwand.
Als subtiles Juwel im Bestseller-Meer des "elenden Stephenie-Meyer-Blödsinns" nimmt Rezensentin Ursula März das neue Buch von Caroline Link auf, der sie nicht nur grammatikalische und sprachliche Fertigkeiten, sondern auch dramaturgische Finesse bescheinigt. Von diesen Qualitäten könnte sich ihrer Ansicht nach auch mancher Protagonist der aktuellen Hochliteratur eine Scheibe abschneiden. Inhaltlich ist sie dann aber nicht ganz so großzügig mit der Verteilung der Bonuspunkte, handelt es sich aus ihrer Sicht bei dieser Geschichte um eine "verhuschte Jungfer Mitte dreißig" doch um eine "literarische Notgemeinschaft" von Familien- und Kriminalroman, dem für sie etwas Kolportagehaftes anhaftet. Auch wabern wohl ein paar Cornwall'sche Pilchernebel zuviel durch den Roman, wie man glauben muss.
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