Bücherschau der Woche
Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.
Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
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Aus dem Archiv
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- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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Klappentext
Aus dem Französischen von Bernd Wilczek. Ein Duell in Worten. Zwei der sichtbarsten literarischen Gestalten Frankreichs begegnen sich zum Schlagabtausch: Bernard-Henri Levy und Michel Houellebecq. Der "Philosoph ohne Ideen, aber mit Beziehungen" trifft auf den "Nihilisten, Reaktionär, Zyniker, verschämten Frauenfeind" wie Houellebecq das ungleiche Paar gleich zu Beginn charakterisiert. Levy kontert: "Ich muss schon sagen, Sie gehen ganz schön ran, lieber Michel, mit ziemlich enormen, schön provozierenden Geständnissen." Ihr Briefwechsel betreibt gnadenlose Selbstanalyse. Zwei narzisstische Persönlichkeiten fragen sich, womit sie den Hass der Öffentlichkeit verdient haben, sie kommen auf ihre Väter zu sprechen, auf die verachteten Journalisten und Literaturkritiker und sezieren das eigene Image mit einer so klugen Koketterie, dass man nur bewundernd staunen kann.
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 30.10.2009
Gar nicht langweilig findet Julia Amalia Heyer den vor seinem Erscheinen in Frankreich im vergangenen Jahr wie ein Staatsgeheimnis gehüteten Briefwechsel von Bernard-Henri Levy und Michel Houellebecq. Überraschend ist für Heyer vor allem die Offenheit, mit der die beiden (abgesehen von ihrem Narzissmus vielleicht) doch recht unterschiedlichen "Kulturbetriebsnudeln" von sich und der Welt sprechen. Heyer liest über die großen Fragen des Lebens genauso wie über sehr persönliche Dinge, wie Familie und Leitbilder und Schicksale. Dass der Philosoph BHL dabei menschenfreundlicher argumentiert als sein mit doch eher misanthropisch gefärbten Texten berühmt gewordener Briefpartner, wundert Heyer nicht und uns auch nicht.
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 29.10.2009
Das sei "die Erfindung des Philotainments" schreibt Rezensentin Martina Meister über dieses Brief-Match zwischen den beiden französischen Starintellektuellen Bernard-Henri Levy und Michel Houellebecq - Meister zufolge eine Verbindung, die noch unverhoffter als die von Nicolas Sarzkozy und Carla Bruni und damit ein Mediencoup ist. Auch bescheinigt sie dem Buch mit 28 Briefen, in denen sie zwei "Überzeugungstäter" gegeneinander antreten sieht, einen hohen "intellektuellen Unterhaltungswert". Der Leser entdecke zwei "Hofnarren am Hofstaat namens Frankreich", die viel über sich selbst, ihre Diskurse und noch mehr über Frankreich sagen würden. Die Fronten verlaufen Meister zufolge zwischen Mut und Moral, Werten und Gefühlen, Engagement und Depressionismus, wobei es für sie höchst Lesegenuss steigernd ist, dass man sich geradezu gezwungen fühle, für einen der Kombattanten Partei zu ergreifen. Dennoch legt sie Wert auf die Feststellung, dass es sich bei dem Buch natürlich weder um einen "philosophischen Meilenstein" noch eine "literaturtheoretische Fundgrube" handelt.
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