Bücherschau der Woche
Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.
Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
Über uns
Service für Leser
Service für Kunden
Aus dem Archiv
- Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
- Der dänischer Karikaturenstreit: Eine europäische Presseschau
- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
Links
Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Klappentext
Aus dem Englischen von Jürgen Bürger und Kathrin Bielfeldt. Los Angeles, 1952. Virginia Lindahl will ihren zehnjährigen Sohn Gregg auf ein Internat schicken, das in den Bergen außerhalb der Stadt liegt. Sie hofft, die ländliche Umgebung werde Greggs Asthma lindern, aber in Wahrheit soll der Junge nichts von den fortwährenden Eheproblemen seiner Eltern mitbekommen. Ihr Mann Roger Lindahl ist zunächst dagegen, ändert seine Meinung aber, als er bei einer Besichtigung des Internats Chic und Liz Bonner kennenlernt, deren Söhne dort Schüler sind. Die Lindahls verabreden eine Fahrgemeinschaft mit den Bonners, um die Kinder am Wochenende in die Stadt zu holen, was eine Reihe von Verwicklungen auslöst, die das Leben beider Familien für immer verändern wird.
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 03.03.2010
Philip K. Dick einmal anders. Dieser "realistische" Roman des SF-Bestsellerautors interessiert Hans-Peter Kunisch schon wegen seiner Ausnahmestellung in Dicks Werk (zusammen mit fünf weiteren Romanen allerdings, die gerade ins Deutsche kommen). Die beiden dem Plot zugrunde liegenden und miteinander verschränkten Ehekrisen findet Kunisch denn auch ziemlich "normal". Allerdings entgeht ihm nicht, wie bei Dick die Realität zum Halt für die "unruhigen Helden" wird, zu etwas, was sie verlieren oder gar nicht erst finden. Und weil dem Rezensenten auch der Blick auf das Amerika der muffigen 50er hier atmosphärisch gelungen erscheint, sieht er über einen etwas umständlichen Erzählduktus hinweg und freut sich lieber über ein Ende, das so konventionell doch nicht ist.
Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 16.01.2010
Als "mentalitätsgeschichtliches Dokument von einigem Interesse" legt Rezensent Frank Schäfer diesen, bereits im Jahr 1958 entstandenen, jedoch erst 1985 im Original erschienenen Roman des "großen Science-Fiction-Innovators" Philipp K. Dick seinen Lesern ans Herz. Es gehe, schreibt Schäfer, in dieser Geschichte eines kleinen Mannes und seiner großbürgerlichen Ehefrau unterschwellig um eine Gesellschaft im Umbruch, in dessen Sog auch der Protagonist des Romans gerät. Das Wunderbare an diesem Buch über die USA der späten 50er Jahre ist für den Kritiker außerdem, dass es in ihm Nostalgiegefühle für eine Zeit erweckt, die er selbst gar nicht erlebt hat.
Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.11.2009
Bisher war Philip K. Dick vor allem durch seine Science Fiction bekannt, jetzt liegt auf Deutsch auch sein realistischer Roman "Unterwegs in einem kleinen Land " vor, und Wolfgang Frömberg erkennt darin nicht nur ein Sittenbild der amerikanischen Mittelschicht der Nachkriegsgeschichte. Gleichzeitig glaubt er in der Geschichte des Fernsehtechnikers Lindahl, der seine Familie für eine Affäre verlässt, auch einiges über Dicks eigene Situation als gehetzter Produzent der "Kulturindustrie" zu entdecken. Und deshalb hat der in seiner Dramaturgie gemessen voranschreitende, leise und nüchtern erzählte Roman auch einen ganz besonderen Reiz für Frömberg, wie er deutlich macht.
Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 29.10.2009
Michael Schmitt stellt den bereits in den 50er Jahren entstandenen Roman des vor allem als Sciencefictionautor erfolgreichen Philip K. Dick vor, den er zwar nicht als ganz großen Wurf, aber allemal als empfehlenswerte Lektüre lobt. In diesem um 1950 herum angesiedelten Roman beschreibt der amerikanische Autor das Zerbrechen zweier Ehen und nimmt dabei die "Psyche" der kalifornischen Mittelschicht in "zersetzender Schärfe" auseinander, lässt der Rezensent wissen. Dabei spiele ein wichtiger Aspekt seiner Sciencefictionromane eine zentrale Rolle, nämlich die Frage nach der Wirklichkeit, die sich in Wahrheit aus den Projektionen und Wünschen der Betrachter konstituiere, so Schmitt. Eindringlich sieht er in einzelnen Passagen die Einsamkeit des Einzelnen geschildert, insgesamt aber findet er das Buch zu "ungeschliffen" als dass er als "wirklich großer Roman" gelten könne, wie er etwas vage kritisiert.
Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Mehr Bücher aus dem Themengebiet
Von Lesern empfohlene Bücher
Peter Nadas: Parallelgeschichten
Aus dem Ungarischen von Christina Viragh. 1989, im Jahr des Mauerfalls, findet der Student Döhring beim Jogging ...
Klaus-Michael Bogdal: Europa erfindet die Zigeuner
Geborene Diebe und Lügner, Gefährten des Satans, Waldmenschen, unzähmbare Wilde, eine Bande von ...
Archiv: Bücherschauen
Uangenehm plausibel
11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen
Archiv: Vorgeblättert
Joan Didion: Blaue Stunden
09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen
Maria Sonia Cristoff: Unbehaust
06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen
Lisa Kränzler: Export A
02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen








