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zuletzt aktualisiert 12.02.2012, 14.50 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Ulrich Haltern

Obamas politischer Körper

Cover: Obamas politischer Körper

Berlin University Press, Berlin 2009
ISBN-10 3940432768
ISBN-13 9783940432766
Gebunden, 580 Seiten, 29,90 EUR

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Klappentext

Das Verhältnis zwischen den USA und Europa ist seit langem ambivalent. Europa schaut zugleich mit Faszination und Befremden auf die USA. Auch in Zeiten großer Begeisterung, wie sie der Aufstieg Barack Obamas und seine Wahl zum Präsidenten der USA ausgelöst haben, bleibt auf beiden Seiten ein Rest von Unverständnis. Ulrich Haltern erklärt dies mit unterschiedlichen Vorstellungswelten des Politischen. Nicht der Unterschied in Antworten auf Sachfragen, sondern eine fundamentalere Differenz dessen, was man als "soziale Imagination" bezeichnen kann, markiert den Ort des Befremdens: Wir leben in unterschiedlichen symbolischen Formen des Politischen. Das Buch stellt Barack Obama in den Mittelpunkt. Es zeigt, dass er sich ein Modell des amerikanischen Staates zu eigen macht, das organischer Natur ist und auf Verkörperung setzt. Es besitzt ein großes Bewahrungsmoment, stützt sich auf historische Vorbilder und steht in Kontrast zum diskursiveren europäischen Modell, das stärker um das Wort als um den Körper kreist.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 06.02.2010

Ulrich Halterns Buch über den politischen Habitus Obamas und die politische Theologie der Vereinigten reizt Rezensent Urs Hafner durchaus zum Widerspruch. Die Bewunderung des Autors für die durch Obana wiedererweckte politische Leidenschaft Amerikas, für das Politische "a l'americaine" überhaupt, betrachtet er eher verhalten. Auch Halterns Bedauern über die Verbannung des "Heiligen" aus den europäischen Demokratien sieht Hafner zurückhaltend. Allerdings will er Halterns "Flirt mit dem Politischen in seiner vormodernen Gestalt" nicht gänzlich abbügeln. Schließlich verdeutlichen die Erfolge rechter Parteien für ihn, wie lebendig der Wunsch nach einer starken Autorität und der Verschmelzung mit einem großen Ganzen immer noch ist. "Dagegen", so sein Resümee. "helfen freilich - hoffentlich - nüchterne rechtsstaatliche Prinzipien mehr als das Beten des Rosenkranzes."

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Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 14.10.2009

So richtig überzeugend findet die Rezensentin Doris Akrap nicht, wie der Rechtsphilosoph Ulrich Haltern Obamas Wahlsieg begründet - und vor allem, welche Rückschlüsse der Autor aus seinen Beobachtungen zieht. Die Gründe für Obamas Erfolg sieht der Autor nach Akraps Meinung darin, dass er nicht nur zu seinem "eigenen Körper ein dezidiertes Verhältnis hat", sondern auch zu dem der "amerikanischen Nation", die er als Summe der "individuellen Körper" begreift. Mit der Schlussfolgerung, die Haltern aus seiner These zieht - nämlich, dass in den USA eine "naturalistische Vorstellung vom Politischen" dominiert - ist Akrap jedenfalls nicht einverstanden. Die erscheint ihr einfach nur "ein wenig befremdlich."

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Archiv: Bücherschauen

Uangenehm plausibel

11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen

Archiv: Vorgeblättert

Joan Didion: Blaue Stunden

09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen

Maria Sonia Cristoff: Unbehaust

06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen

Lisa Kränzler: Export A

02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren