Perlentaucher - Das Kulturmagazin

| Folgen Sie uns auf Twitter | Folgen Sie uns auf Facebook | Anmelden | Mobil | RSS | Newsletter

zuletzt aktualisiert 12.02.2012, 14.50 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Stefan Koldehoff

Die Bilder sind unter uns

Das Geschäft mit der NS-Raubkunst

Cover: Die Bilder sind unter uns

Eichborn Verlag, Frankfurt am Main 2009
ISBN-10 3821858443
ISBN-13 9783821858449
Gebunden, 288 Seiten, 22,95 EUR

Bestellen bei Buecher.de

Klappentext

Mit 20 Abbildungen. Gemälde von Picasso, Kirchner, Rembrandt, van Gogh oder Tizian - die Liste der zwischen 1933 und 1945 den Juden gestohlenen oder weit unter Wert gekauften Bilder ist lang. Unzählige Galeristen, Händler, Auktionshäuser und Kuratoren waren an diesem Unrecht beteiligt - und zwar so systematisch und gründlich, dass sie über dieses Netzwerk bis heute Museen und Sammler ohne Probleme mit Raubkunst versorgen können. Die direkt Verantwortlichen wurden nicht zur Rechenschaft gezogen und verdienten mit den gestohlenen Bildern ein Vermögen - und die heute involvierten Museen und privaten Sammler fordern unverhohlen einen Schlusstrich und weigern sich, den überlebenden Erben die Bilder ihrer ermordeten Familien zurückzugeben. Stefan Koldehoff zeigt in seinem Buch, wie das Kartell der Kunsthändler funktioniert und warum die Politik auf höchster Ebene darüber kein Wort verliert.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 04.03.2010

Ausgezeichnet recherchiert und geschrieben findet Götz Aly diese Dokumentation des Geschäfts mit Raubkunst bis in die Gegenwart. Stefan Koldehoff argumentiere genau und knapp, zeige, wie der "sich vornehm gebende" Kunsthandel bis heute glänzend von der noch immer zirkulierenden Nazibeute lebe. Bitter breitet Aly auch ein paar Fakten aus, die Doppelmoral, Ignoranz oder Skrupellosigkeit der nutznießenden Parteien belegen.

Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 07.01.2010

Kia Vahland schätzt Deutschlandfunk-Redakteur Stefan Koldehoff als ausgewiesenen Kenner für NS-Raubkunst und hat seine Fallgeschichten um gestohlene und unrechtmäßig erworbene Kunstwerke gespannt und entsetzt zugleich verfolgt. Denn der Autor lässt keinen Zweifel an der "unheimlichen Kontinuität", die den Kunsthandel auch nach dem Ende des Nationalsozialismus beherrscht und ihn willentlich die Augen vor zweifelhaften Provenienzen der von ihnen nach 1945 erworbenen Kunstwerke verschließen ließ, so die Rezensentin. Besonders erschütternd findet sie auch die Fälle von missbrauchtem Vertrauen wie etwa im Fall der Kunstkritikerin Charlotte Weidler, die ihr zur Aufbewahrung übergebene Bilder des ins KZ deportierten Kunsthistorikers Paul Westheim nach dem Krieg verkaufte. All dies wird sachkundig und fesselnd dargelegt, lobt Vahland, die auch ohne den in ihren Augen allzu verschwenderischen Gebrauch von "wertenden Adjektiven" das Gebaren des Kunsthandels als"unanständig" erkannt hätte.

Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 21.10.2009

Da die Verstrickung des Kunsthandels bei Raub und faktischer Enteignung von jüdischem Kunstbesitz in der Nazizeit längst nicht aufgearbeitet ist, kommt Robert Schröpfer ein Buch zum Thema gerade recht. Doch wie er es hier von Stefan Koldehoff lesen muss, ist es dann wohl doch eher ein Ärgernis für den Rezensenten. Nicht nur der suggestive Enthüllungstonfall mindert in den Augen Schröpfers die Seriosität des Buches. Was ihn nachhaltig stört ist, dass der Kölner Journalist alle Protagonisten, die für Verkauf, Erwerb oder Enteignung von Beutekunst in Erscheinung getreten sind, über denselben Kamm schert und sich da um Differenzierungen nicht bemüht, egal ob es sich um Adenauer, Albert Speer oder einen amerikanischen GI handelt. Sprachliche Schwächen und fehlende Belege vervollständigen die Mängelliste und so wird das Buch zu diesem wichtigen Thema für Schröpfer zur Enttäuschung.

Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.10.2009

In diesem Buch fasst Stefan Koldehoff den aktuellen Stand des Wissens in der Kunstraubforschung in Deutschland zusammen. Er stellt die Kontinuitäten dar, die dazu führten, dass der Kunsthandel nach dem Zusammenbruch des Dritten Reichs oft einfach weitermachte, mit Sammlern und Besitzern von Raubkunst unter einer Decke steckte und zum Teil bis heute noch darunter steckt. Exemplarisch unter die Lupe genommen wird, so der Rezensent Niklas Maak, etwa das hoch problematische Gebaren des Kölner Kunsthauses Lampertz. Maak legt das Buch jedem am Thema Interessierten ans Herz und lobt es ausdrücklich als "spannend" und "faktenreich".

Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks

Mailen | Drucken | Merkzettel | Empfehlen auf Facebook | Twittern |

blog comments powered by Disqus

Archiv: Bücherschauen

Uangenehm plausibel

11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen

Archiv: Vorgeblättert

Joan Didion: Blaue Stunden

09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen

Maria Sonia Cristoff: Unbehaust

06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen

Lisa Kränzler: Export A

02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren