Bücherschau der Woche
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All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
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Aus dem Archiv
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- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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Klappentext
Mit 20 Abbildungen. Gemälde von Picasso, Kirchner, Rembrandt, van Gogh oder Tizian - die Liste der zwischen 1933 und 1945 den Juden gestohlenen oder weit unter Wert gekauften Bilder ist lang. Unzählige Galeristen, Händler, Auktionshäuser und Kuratoren waren an diesem Unrecht beteiligt - und zwar so systematisch und gründlich, dass sie über dieses Netzwerk bis heute Museen und Sammler ohne Probleme mit Raubkunst versorgen können. Die direkt Verantwortlichen wurden nicht zur Rechenschaft gezogen und verdienten mit den gestohlenen Bildern ein Vermögen - und die heute involvierten Museen und privaten Sammler fordern unverhohlen einen Schlusstrich und weigern sich, den überlebenden Erben die Bilder ihrer ermordeten Familien zurückzugeben. Stefan Koldehoff zeigt in seinem Buch, wie das Kartell der Kunsthändler funktioniert und warum die Politik auf höchster Ebene darüber kein Wort verliert.
Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 04.03.2010
Ausgezeichnet recherchiert und geschrieben findet Götz Aly diese Dokumentation des Geschäfts mit Raubkunst bis in die Gegenwart. Stefan Koldehoff argumentiere genau und knapp, zeige, wie der "sich vornehm gebende" Kunsthandel bis heute glänzend von der noch immer zirkulierenden Nazibeute lebe. Bitter breitet Aly auch ein paar Fakten aus, die Doppelmoral, Ignoranz oder Skrupellosigkeit der nutznießenden Parteien belegen.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 07.01.2010
Kia Vahland schätzt Deutschlandfunk-Redakteur Stefan Koldehoff als ausgewiesenen Kenner für NS-Raubkunst und hat seine Fallgeschichten um gestohlene und unrechtmäßig erworbene Kunstwerke gespannt und entsetzt zugleich verfolgt. Denn der Autor lässt keinen Zweifel an der "unheimlichen Kontinuität", die den Kunsthandel auch nach dem Ende des Nationalsozialismus beherrscht und ihn willentlich die Augen vor zweifelhaften Provenienzen der von ihnen nach 1945 erworbenen Kunstwerke verschließen ließ, so die Rezensentin. Besonders erschütternd findet sie auch die Fälle von missbrauchtem Vertrauen wie etwa im Fall der Kunstkritikerin Charlotte Weidler, die ihr zur Aufbewahrung übergebene Bilder des ins KZ deportierten Kunsthistorikers Paul Westheim nach dem Krieg verkaufte. All dies wird sachkundig und fesselnd dargelegt, lobt Vahland, die auch ohne den in ihren Augen allzu verschwenderischen Gebrauch von "wertenden Adjektiven" das Gebaren des Kunsthandels als"unanständig" erkannt hätte.
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Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 21.10.2009
Da die Verstrickung des Kunsthandels bei Raub und faktischer Enteignung von jüdischem Kunstbesitz in der Nazizeit längst nicht aufgearbeitet ist, kommt Robert Schröpfer ein Buch zum Thema gerade recht. Doch wie er es hier von Stefan Koldehoff lesen muss, ist es dann wohl doch eher ein Ärgernis für den Rezensenten. Nicht nur der suggestive Enthüllungstonfall mindert in den Augen Schröpfers die Seriosität des Buches. Was ihn nachhaltig stört ist, dass der Kölner Journalist alle Protagonisten, die für Verkauf, Erwerb oder Enteignung von Beutekunst in Erscheinung getreten sind, über denselben Kamm schert und sich da um Differenzierungen nicht bemüht, egal ob es sich um Adenauer, Albert Speer oder einen amerikanischen GI handelt. Sprachliche Schwächen und fehlende Belege vervollständigen die Mängelliste und so wird das Buch zu diesem wichtigen Thema für Schröpfer zur Enttäuschung.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.10.2009
In diesem Buch fasst Stefan Koldehoff den aktuellen Stand des Wissens in der Kunstraubforschung in Deutschland zusammen. Er stellt die Kontinuitäten dar, die dazu führten, dass der Kunsthandel nach dem Zusammenbruch des Dritten Reichs oft einfach weitermachte, mit Sammlern und Besitzern von Raubkunst unter einer Decke steckte und zum Teil bis heute noch darunter steckt. Exemplarisch unter die Lupe genommen wird, so der Rezensent Niklas Maak, etwa das hoch problematische Gebaren des Kölner Kunsthauses Lampertz. Maak legt das Buch jedem am Thema Interessierten ans Herz und lobt es ausdrücklich als "spannend" und "faktenreich".
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