Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 12.02.2012, 14.50 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Peter Nadas

Die Bibel

Erzählung

Cover: Die Bibel

Berlin Verlag, Berlin 2009
ISBN-10 3827007127
ISBN-13 9783827007124
Gebunden, 95 Seiten, 18,00 EUR

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Klappentext

Aus dem Ungarischen von Ruth Futaky. Als 1965 dieser Erstling des damals 23-jährigen Peter Nadas in Ungarn erschien, erregte schon der Titel Aufmerksamkeit. Und das Thema, mit dem er sein späteres Opus magnum "Buch der Erinnerung" vorwegnahm, war nicht weniger skandalös: die Bewältigung einer Kindheit in der stalinistischen Rakosi-Ära. Ein Junge lebt mit seinen Eltern und Großeltern in einer Villa auf dem "Hügel", einem privilegierten Stadtbezirk von Budapest. Für die Hausarbeit "nimmt" man sich ein Mädchen vom Land. Die Eltern, hohe Funktionäre, haben wenig Zeit für ihren Sohn, unbeaufsichtigt kann er seine Umgebung erforschen und seine sadistischen Neigungen am neuen Dienstmädchen ausprobieren. An der Bibel, die er eines Tages im elterlichen Bücherschrank entdeckt und vor den Augen des gläubigen Mädchens zerreißt, um es zu provozieren, entzündet sich der Konflikt: Für das Bauernmädchen ist das Buch der Bücher ein Quell des Trostes und der moralischen Haltung und für die Mutter ein teures Andenken an die heroischen Zeiten des Widerstands, als sie Flugblätter in ihrem Korb mit dieser Bibel tarnte.

BuchLink. In Kooperation mit den Verlagen (Info):
Peter Nadas: "Die Bibel" - Mehr Infos beim Berlin Verlag

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.04.2010

Dirk Schümer erscheint dieser kleine, gehaltvolle Erstling als guter Einstieg ins Werk von Peter Nadas. Keine Bibel, aber ein Buch, das für Schümer in der scheinbar beiläufigen Schilderung späthabsburgischer ("strindbergscher") Bürgerlichkeit auf den Villenhügeln von Budapest eine ganze (reichlich gefühlsarme) Welt detailliert abbildet. Glaubwürdiges Personal, eine an Hemingway geschulte Detailfreude, wie Schümer erkennt, und ein für den Zeitpunkt der Veröffentlichung 1965 provokanter Umgang mit den Lebenslügen der ideologisch ferngesteuerten kommunistischen Oberschicht lassen den Rezensenten das Buch als frühen Geniestreich verbuchen.

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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 20.10.2009

Rezensent Jörg Plath begrüßt Peter Nadas' Erzähldebüt "Die Bibel" aus dem Jahr 1962, das nun erstmals in deutscher Übersetzung vorliegt. Die kurze, aber intensive Erzählung zeigt in seinen Augen einen "unbekannten Nadas", einen Autor der "kühlen Grausamkeit". Die mit "harten Strichen" erzählte Geschichte um einen Heranwachsenden, der einen Hund erschlägt und dem Dienstmädchen seiner Eltern zusetzt, handelt für ihn von der Erniedrigung des Menschen im Sozialismus und von den Gepflogenheiten der privilegierten "neuen Klasse". Fast erstaunt zeigt er sich darüber, wie "direkt und ökonomisch" der Autor von dieser Zeit erzählt. Das Buch, das sich für Plath auch durch seine "ungeheure Wucht" auszeichnet, macht auch deutlich, welch weiten Weg Nadas seit damals zurückgelegt hat.

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Archiv: Bücherschauen

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11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen

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09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen

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06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen

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02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen

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