Perlentaucher - Das Kulturmagazin

| Folgen Sie uns auf Twitter | Folgen Sie uns auf Facebook | Anmelden | Mobil | RSS | Newsletter

zuletzt aktualisiert 12.02.2012, 21.04 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Eileen Chang

Das Reispflanzerlied

Roman

Cover: Das Reispflanzerlied

Claassen Verlag, München 2009
ISBN-10 3546004310
ISBN-13 9783546004312
Gebunden, 221 Seiten, 19,90 EUR

Bestellen bei Buecher.de

Klappentext

Aus dem Englischen von Susanne Hornfeck. Seit der Bodenreform ist der Bauer Jin'gen sein eigener Herr, doch die Ernte reicht kaum, um ihn und seine Familie zu ernähren. Als der Landbevölkerung eine Sonderabgabe zugunsten der heldenhaften Soldatenfamilien aufgezwungen wird, steht ihre Existenz auf dem Spiel: Die Bauern werden elendig verhungern, wenn sie der Partei folgen- jener Partei, von der sie sich so viel erhofft hatten. In ihrer Not wagen die Dorfbewohner das Unmögliche, den Aufstand gegen die Machthaber- mit katastrophalen Folgen. Eileen Chang gelingt die ergreifende Schilderung menschlicher Not im Angesicht eines unerbittlichen politischen Willens. Ihr Roman erzählt eine zeitlose Geschichte von Hunger, Leid und Tod, aber auch von Hoffnung und Liebe.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 08.12.2009

Tiefen Eindruck hat Eileen Changs Roman "Das Reispflanzerlied" bei Rezensent Ludger Lütkehaus hinterlassen. Er würdigt das Werk, das sich mit der kommunistischen Bodenreform auseinandersetzt und den Leser ins dörfliche China der Bauern in den fünfziger Jahren führt, als "dissonanten Klassiker der chinesischen Literatur" und als Roman von "bitterster Intensität". Das eigentliche Thema der Geschichte um das klägliche Schicksal einer Bauernfamilie ist für Lütkehaus weniger der Hunger, sondern die Veränderungen menschlicher Beziehungen unter den Bedingungen von Maos Revolution. Im Ganzen sieht er bei Chang einen "kühlen Realismus" vorherrschen, grundiert von "tiefer Melancholie". Zugleich hebt er auch den Sarkasmus, die Lakonik und den "unübertrefflichen satirischen Witz" der Autorin hervor. Lobend erwähnt er außerdem die Übersetung von Susanne Hornfeck, die auch die chinesische Zweitfassung des Werks miteinbezogen hat.

Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.10.2009

So ironisch wie durchaus auch tragisch war das Schicksal der 1920 geborenen Autorin Eileen Chang. Sie machte sich in China vor der Revolution einen Namen als Schildererin einer Gesellschaft, in der Dekadenzerscheinungen traditionelle Strukturen zu zerstören drohen. Von den Kommunisten wurden ihre allzu offenen Augen für gesellschaftliche Probleme gar nicht geschätzt, bald galt sie selbst als bürgerlich-dekadent. Sie verließ China, nach einem Aufenthalt in Hongkong, Richtung USA. Dort schrieb sie in englischer Sprache und veröffentlichte 1955 diesen Roman über das Leben in einem chinesischen Dorf Anfang der fünfziger Jahre. Geschildert wird nicht zuletzt der Zynismus, mit dem die kommunistische Propaganda - hier in Gestalt eines Filmemachers - das Bild einer heilen Welt zu zeichnen versucht. Es gibt eine von ihr selbst rückübersetzte chinesische Fassung, die aber manches abmildert. Die Rezensentin Anja Hirsch hält es für sehr richtig, dass sich die vorliegende Übersetzung nach der englischen Erstversion richtet. Sie hofft, dass Chang, die in den USA viel bekannter ist als hierzulande, mit dieser neuen Übersetzung endlich auch in Deutschland in ihrer Bedeutung erkannt wird.

Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks

Mailen | Drucken | Merkzettel | Empfehlen auf Facebook | Twittern |

Mehr Bücher aus dem Themengebiet

blog comments powered by Disqus

Archiv: Bücherschauen

Uangenehm plausibel

11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen

Archiv: Vorgeblättert

Joan Didion: Blaue Stunden

09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen

Maria Sonia Cristoff: Unbehaust

06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen

Lisa Kränzler: Export A

02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren