Bücherschau der Woche
Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.
Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
Über uns
Service für Leser
Service für Kunden
Aus dem Archiv
- Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
- Der dänischer Karikaturenstreit: Eine europäische Presseschau
- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
Links
Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Michael Maar
Proust Pharao
Klappentext
Marcel Proust ist der Größte: Über Thomas Mann und Wladimir Nabokov hat Michael Maar Bücher geschrieben, in denen er anhand neuer Sichtweisen auf unbeachtet gebliebene biografische Details Neuinterpretationen von großer Tragweite gewagt hat. Keiner der beiden aber vemag wie Proust (1871-1922) den Spürsinn des Interpretationsjägers zu wecken und gleichzeitig sein Herz zu erwärmen. Der große Marcel war kein Hohepriester seiner selbst, sondern ein ebenso liebenswürdiger wie boshafter Plauderer. Wie kaum ein anderer hat er seine Freunde, seine Liebhaber, seine Welt, die eigene Biografie in Literatur verwandelt und die Geheimnisse des eigenen Lebens in den unergründlichen Weiten, den verborgenen Ecken und Nebenräumen jenes prächtigen Gebäudes untergebracht, das die "Recherche du temps perdu" für alle Zeiten darstellt. In sieben Kapiteln führt Michael Maar den Leser durch diesen Palast. Eine Ortsführung vorzugsweise auch für jene, die bisher noch nicht dem Zauber des großen Franzosen erlegen sind.
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 10.12.2009
Joseph Hanimann würde für dieses schmale Bändchen zu Marcel Prousts Leben und Werk von Michael Maar, ohne zu zögern, manchen Meter Proust-Sekundärliteratur opfern, und sein Schwärmen weckt die größten Erwartungen. Denn der Autor, der unter anderem die kürzlich bei Christie's versteigerten Briefe Prousts eingesehen hat, verfügt neben einem guten Gedächtnis über erstaunliche Kenntnisse, betont der Rezensent. Besonders enthusiastisch preist Hanimann, wie der Autor über ganz Nebensächliches doch zu den Hauptpunkten kommt und mit welcher Leichtfüßigkeit er seine Funde präsentiert. Verwegen, scharfsinnig und vergnüglich sind Maars Deutungen und der Rezensent findet lauter Sätze, die er sich direkt notieren möchte. Und wenn er auch nicht mit allen Interpretationen des Autors übereinstimmt - die vom Autor ausgemachten Parallelen zwischen Manns "Zauberberg" und Prousts "Recherche" will er mal dahin gestellt sein lassen - so ist ihm das völlig "egal", weil Maar seine Gründe derart unterhaltsam vorbringt.
Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 14.11.2009
Eingenommen ist Rezensent Martin Meyer für diese Essays über Marcel Proust von Michael Maar. Er schätzt den Literaturwissenschafter als exzellenten Proust-Experten, der sich gleichwohl nie in den "Exerzitien der Philologie" oder eigenen "ästhetischen Höhenflügen" verliert. Vielmehr sieht er in Maar eine Art Detektiv, der in den sieben Essays des Bands Spuren sucht, die zu Schlüsselstellen von Prousts Epos über die Suche nach der verlorenen Zeit Anlass gaben. Deutlich wird für ihn, dass in Prousts Werk überall Merkmale der eigenen Persönlichkeit aufscheinen. Neben Aufsätzen, in denen Maar Prousts Arbeit am Text rekonstruiert, hebt Meyer besonders die Essays über das Urbild von Albertine, über eine zweite Italien-Reise und über die Deutungen zur Eremitage hervor.
Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.10.2009
Merklich angeregt berichtet Henning Ritter von den neuen Proust-Streifzügen Michael Maars, den er als einen literarischen Kriminalisten beschreibt. Besonders interessiert ihn an Maars Buch das Wechselspiel von Ver- und Entzauberung und Ver- und Entschleierung. Ohne den Hintergrund von Prousts Homosexualität, so Ritter und so auch Maar, lässt sich diese eigentümliche Ambiguität der "Recherche" wohl nicht erklären: Sein Roman ist einer der Entzauberung, der den Zauber aufbewahrt, aber wohl keiner der Entschleierung, denn die Homosexualität des Autors - das ist der Epoche geschuldet - muss ewig unterdrückt bleiben. Man verspricht sich nach Lektüre der Ritter-Kritik eine anregende Lektüre.
Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Mehr Bücher aus dem Themengebiet
Von Lesern empfohlene Bücher
Petur Gunnarsson: punkt punkt komma strich
Aus dem Isländischen von Benedikt Grabinski. Eine isländische Kindheitsgeschichte, die am Ende des Zweiten ...
Moti Kfir, Ram Oren: Sylvia Rafael
Als bei den Olympischen Spielen in München im September 1972 elf israelische Sportler von einer palästinensischen ...
Archiv: Bücherschauen
Uangenehm plausibel
11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen
Archiv: Vorgeblättert
Joan Didion: Blaue Stunden
09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen
Maria Sonia Cristoff: Unbehaust
06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen
Lisa Kränzler: Export A
02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen








