Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 11.02.2012, 21.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Günter Hack

ZRH

Roman

Cover: ZRH

Frankfurter Verlagsanstalt, Frankfurt am Main 2009
ISBN-10 3627001613
ISBN-13 9783627001612
Gebunden, 267 Seiten, 19,90 EUR

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Klappentext

Der Erzähler, ein junger deutscher Fotograf, fährt in die Schweiz, um dem Sammler und Bankier Oswald Manella sein neues Kunstprojekt zu verkaufen. Manella kauft die Serie zu einem sehr guten Preis, lässt den Fotografen aber wissen, dass er ihm das dringend benötigte Geld erst auszahlen werde, wenn er für ihn ein verschwundenes Sammlerstück beschaffe: den Film aus der Kamera, die der Schauspieler David Hemmings bei den Dreharbeiten zu Michelangelo Antonionis "Blow Up" verwendet hat. Die Beschaffung des Gegenstandes erweist sich als außerordentlich kompliziert, offenbar hat eine ganze Reihe merkwürdiger Gestalten aus der Züricher Kunst- und Unterwelt ein Auge darauf geworfen. Während der Fotograf sich auf die Suche nach dem Film macht, scheint die Welt um ihn herum immer mehr aus den Fugen zu geraten. Selbst physikalische Gesetze besitzen keine Gültigkeit mehr, und auch die Politik steht kopf: Um ihre Finanzen zu konsolidieren, hat die Regierung der Schweiz damit begonnen, unrentable Territorien abzustoßen und die Grenzen um die verbliebenen Regionen zu schließen. Eine Welt auf Autopilot: Intelligente Maschinen führen die Geschäfte, und im Untergrund zieht die Schwarze Zunft, ein alter Zürcher Geheimbund, die Fäden.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 16.06.2010

Einen Ausflug in eine durch absurde Bio-Politik beherrschte Zukunft hat Rezensentin Sibylle Saxer in Günter Hacks Debütroman "ZRH" unternommen. "ZRH" ist der Code für Zürichs Flughafen und auf diesem begegnet Saxer mit Menschen handelnden Körpermaklern, die Migranten und Flüchtlingen in fremden, mit neuen Datensätzen aufgeladenen Körpern Asyl bieten. Der Protagonist, ein ausgebrannter Fotograf, der seine Fotoserie von 3561 deutschen Aldi-Filialen an den CEO eines Schweizer Kreditinstituts verkaufen will, muss als Verkaufsbedingung den Film besorgen, den die Hauptfigur aus Michelangelo Antonionis Film "Blow-up" in ihrer Kamera hatte. Auf seiner Suche durch die Schweiz muss der junge Deutsche mit geklonten Körperasylanten verhandeln und sehnt sich schließlich nur noch danach, Zürich zu verlassen. Frisch, sprachlich souverän und fast sartirisch findet die Rezensentin dieses Debüt, bedauert aber, dass Hack einfach zu viel will: Den größten Kritikpunkt des teilweise zu moralisierenden Romans sieht Saxer aber in seiner Unentschlossengheit: einerseits in einer Cyberwelt mit Science-Fiction-Elementen spielend, sei der ortskundige Autor andererseits zu sehr an das reale Zürich gebunden, so dass die virtuelle Welt nicht sonderlich glaubhaft sei.

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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.10.2009

Eine kaum wiederzuerkennende Schweiz und eine schwarze Zunft, die das Land mit der Idee vom künstlichen Menschen in der Hand hält: Auf den hier rezensierenden Autor Thomas Hettche wirkt das beengend beängstigend und sehr poetisch. Die Art, wie Günter Hack seinen utopischen Roman gestaltet, ihn mit lauter eleganten Passagen anreichert, in denen eine ins Bild gerückte Hand für die Macht einer Figur stehen kann, freut Hettche. Dankbar konstatiert er den Humor, mit dem Hack seine Helden einsetzt, als wären sie Thesen und der Roman eine erkenntnistheoretische Summe sämtlicher "Entwicklungslinien der Gegenwart".

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Archiv: Bücherschauen

Uangenehm plausibel

11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen

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Joan Didion: Blaue Stunden

09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen

Maria Sonia Cristoff: Unbehaust

06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen

Lisa Kränzler: Export A

02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren