Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 12.02.2012, 14.50 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Barbara Bongartz

Perlensamt

Roman

Cover: Perlensamt

Weissbooks, Frankfurt am Main 2009
ISBN-10 3940888435
ISBN-13 9783940888433
Gebunden, 320 Seiten, 19,80 EUR

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Klappentext

Martin Saunders, amerikanischer Kunsthistoriker in Berlin, lernt durch Zufall David Perlensamt kennen, einen eigenartig anziehenden, geheimnisvollen Menschen. Wenige Tage nach dieser Begegnung geschieht in Perlensamts Villa in der Fasanenstraße ein Mord. Fast zur selben Zeit wird dem Auktionshaus, für das Saunders arbeitet, ein Courbet angeboten. Exakt das Bild, das Saunders in der Wohnung Perlensamts gesehen hat... Perlensamt ist ein Kriminal- und Gesellschaftsroman, der das große Thema Raub- und Beutekunst aufblättert auf den Spuren bedeutender Werke und ihrer Sammler zwischen Berlin, Paris, New York.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 28.11.2009

Ein spektakulärer Verriss. Kein gutes Haar lässt Rezensent Thomas Steinfeld an diesem Roman, der seiner Ansicht nach so missraten ist ("das schlechteste Buch der Saison"), dass er in aller Ausführlichkeit vernichtet gehört - schon gar, weil Kollegen im Feuilleton die Sache auch noch anders sehen. Die Handlung, die sich um eine Raubkunstgeschichte dreht, findet Steinfeld zwar hanebüchen und unplausibel genug, den größten Teil seiner Kritik widmet er allerdings der eingehenden Sprachkritik. Ein Satz wie: "Ein Haus mit Kamin ist für Ereignisse begabt" scheint ihm ganz und gar exemplarisch, in seinem "Ehrgeiz" nämlich zur sprachlichen Preziose, der freilich immer wieder nur zu katastrophalen, nicht zuletzt unfreiwillig komischen Ergebnissen führe. Oder, mit einem anderen Wort, zu nichts weiter als überambitioniertem "Kitsch".

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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 14.10.2009

Martin Zingg preist diesen Roman von Barbara Bongartz für sein Tempo und sein "Raffinement" und hat sich nach eigener Aussage durch das intelligente Versteckspiel, das die Autorin ihren Lesern zumutet, gern "zum Narren halten" lassen. Im Mittelpunkt steht die höchst ambivalente Figur des David Perlensamt, dessen Großvater angeblich Botschafter Otto Abetz im von Hitler besetzten Paris war und dessen  Vater möglicherweise aus Vertuschungszwecken den Familiennamen in das jüdisch klingende Perlensamt geändert hat. Ein Kunsthistoriker und eine Bürokollegin Davids bemühen sich wechselseitig, Licht ins Dunkel der Familiengeheimnisse zu bringen, so der Rezensent. Ob der Enkel in der elterlichen Wohnung Beutekunst versteckt hält, ob er sich in eine verwickelte Täter-Rolle hineinsteigert, die sich Mitschuld einredet oder ob er sogar den eigenen Vorteil sucht, bleibt lange im Nebel, erklärt Zingg gefesselt. Die Auflösung, woher die kostbaren französischen Kunstwerke stammen, verrät der Rezensent natürlich nicht, er verspricht aber eine große "Überraschung".

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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.10.2009

Selbstgewissheit ade. Rezensentin Rose-Maria Gropp lässt alle Hoffnung auf klar umrissene Identitäten fahren bei dieser Lektüre. Was Barbara Bongartz "im Gewand eines Kriminalromans" erzählt, handelt von ungeklärten Provenienzen – von Kunstwerken und Menschen. Den Roman um einen geheimnisvollen Provenienzforscher, um Raubkunst und das Verschwimmen der Grenzen zwischen Täter und Opfer hält Gropp für raffiniert gebaut und außerordentlich spannend. So sehr sie sich an die Realität des Kunstgeschäfts erinnert fühlt, so sehr weiß die Rezensentin auch, dass Wahrheit nicht immer gleich Wirklichkeit bedeutet. Das bisschen Kolportage, das Bongartz im Buch verbaut hat, kann sie der Autorin darum leicht verzeihen.

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