Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 12.02.2012, 21.04 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Helmut Eisendle

Tod & Flora

Ein Glossar über die Verwendung von Giftpflanzen für den asthenischen Täter

Cover: Tod & Flora

Jung und Jung Verlag, Salzburg 2009
ISBN-10 3902497599
ISBN-13 9783902497598
Gebunden, 175 Seiten, 28,00 EUR

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Klappentext

Dieses Buch ist eine Trouvaille: Es handelt sich um ein der Forschung bislang entgangenes Buch von Helmut Eisendle, das dieser Anfang der siebziger Jahre als Unikat hergestellt hat und das in einer österreichischen Privatbibliothek bewahrt wurde. Sein Ausgangspunkt ist der Befund, dass die Welt nicht so ist, wie sie sein sollte, und das vor allem wegen der ungleichen Verteilung der Macht, die die Machtlosen dazu nötigt, sich etwas einfallen zu lassen. Das ist die Stunde des wissenschaftlich orientierten Autors: In sorgfältig argumentierender Deduktion belegt er die Notwendigkeit des Handelns, zeigt auf, wer unter welchen Bedingungen und wie als Täter eingreifen sollte, und liefert dann mit einem Glossar von 33 Giftpflanzen dazu die nötigen Waffen. Farbige Tafeln zeigen das Gewächs, eine Tabelle listet die biologischen und vor allem toxischen Qualitäten auf und eine Fallgeschichte exemplifiziert jeweils die finalisierende Wirkung der Gifte.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 06.02.2010

Mit Wohlgefallen hat Karl-Markus Gauß dieses Buch von Helmut Eisendle gelesen. Das vor vierzig Jahren erstellte Unikat, das zu seiner Freude jetzt veröffentlicht wurde, bietet in seinen Augen instruktive Beschreibungen von in der Volksmedizin bekannten Heilpflanzen, die bei entsprechender Dosierung auch zum Tod führen können, prachtvolle Farbillustrationen aus einem alten botanischen Lehrbuch sowie kuriose Anekdoten um den tödlichen Einsatz dieser Pflanzen. Er liest das Buch und insbesondere die Einleitung, in der Eisendle eine "aberwitzige Theorie" vom Kampf der "sthenischen Minderheit" gegen die "asthenische Mehrheit" aufstellt und dabei den den akademischen Jargon seiner Zeit karikiert, auch als Wissenschafts-Satire. Das Urteil des Rezensenten: ein "munterer Text, der seinen Charme bewahrt hat".

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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 13.10.2009

"Ein ingeniöses, ebenso witziges wie intelligentes Buchwerk" hat Felix Philipp Ingold mit Helmut Eisendles "Tod & Flora" gelesen. Er empfiehlt es denn auch für alle Erniedrigten und Herabgesetzten, die mit diesem Kompendium eine Auswahl der nützlichsten Pflanzen und ihrer Giftstoffe an die Hand bekommen, mit dem sich ungeliebte Unterdrücker fortan leicht beseitigen lassen. Gerade an den Fallbeispielen der Giftmorde wird der Leser die zynische und vielleicht auch problematische Seite des Buches zu schätzen lernen, weiß Ingold und betont noch einmal die "hohe poetische Qualität" von Eisendles Lehrbuch, dass neben der Pflanzenkunde und den Fallbeispielen ebenso ein Glossar der bekanntesten Vergiftungssymptome führt.

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Archiv: Bücherschauen

Uangenehm plausibel

11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen

Archiv: Vorgeblättert

Joan Didion: Blaue Stunden

09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen

Maria Sonia Cristoff: Unbehaust

06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen

Lisa Kränzler: Export A

02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren