Bücherschau der Woche
Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.
Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
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Aus dem Archiv
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- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Klappentext
Ist über Jesus von Nazareth nicht längst alles gesagt? Wurden nicht jedes seiner Worte und jeder Bericht über ihn bis zum Überdruss interpretiert? Dennoch wagt Christoph Türcke einen kühnen Neuanfang. Mit den Mitteln der Freudschen Traumanalyse rückt er die Geschichte Jesu und des Urchristentums in ein völlig neues Licht. Er zeigt, dass das Christentum ohne ein Jesus-Trauma ebenso undenkbar ist wie der historische Jesus ohne ein Johannes-Trauma. Jesu Traum war der eines Getriebenen. Sein Immoralismus, von Nietzsche bereits erahnt, tritt nun in seiner ganzen Radikalität hervor. Die Dekomposition Jesu als Gottessohn führt zu einer überraschenden Aufwertung seines ergreifend menschlichen Schicksals und gewinnt unversehens verblüffende Aktualität.
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 04.12.2009
Christoph Türckes psychoanalytische Deutung des Neuen Testaments hat der hier rezensierende Theologe Friedrich Wilhelm Graf mit einem gewissen "intellektuellem Vergnügen gelesen, für bare Münze würde er Türckes Erkenntnisse nicht nehmen. Der Leipziger Philosoph Türcke möchte die die tiefen Traumata der frühen Christen aufdecken, die seiner Meinung nach unser Jesus-Bild geprägt haben. So hätten sie, nach Jesu Tod zutiefst traumatisiert, seine Auferstehung in einer "Art Selbstexorzismus" und zur Schuldentlastung halluziniert. Aber auch Jesus selbst erklärt Türcke den Informationen des Rezensenten zufolge analytisch, und zwar aus einer Ich-Kränkung gegenüber Übervater Johannes dem Täufer. Graf sieht hier vielmehr eine ganz eigenen subjektive Mischung aus "psychoanalytischer Sprache und pietistischer Herzensrede" ausgebreitet, deren wissenschaftliche Überprüfung quasi gegenstandslos wäre.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 03.11.2009
Nicht immer einverstanden ist Rezensentin Caroline Neubaur mit dieser psychoanalytischen Deutung des Neuen Testaments, die der Philosoph Christoph Türcke vorgelegt hat. Im Mittelpunkt der Analyse sieht sie das Trauma der Anhänger Jesu und das Trauma von Jesus selbst, aus deren Verarbeitung sich das Urchristentum gebildet habe. Sie stößt in dem Buch immer wieder auf "glänzende Passagen" wie zum Beispiel Türckes Erklärung des Lamm Gottes als "Umkehrung beziehungsweise Idealisierung der Figur des Sündenbocks". Andererseits findet sie dessen Konstruktion für zu "konsequenzlogisch durchgezogen" und moniert: "Es geht alles auf." Zudem hält sie Türcke vor, sich nicht auf den Gedanken der Verkörperung des Fleisches und das Verkörperungsdenken des Christentums einzulassen. Insgesamt würdigt sie das Buch als eine Art "Rede über das Christentum an die Gebildeten unter seinen Verächtern".
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 12.10.2009
Vor kühnen Konstruktionen scheut Christoph Türcke in seiner psychoanalytischen Lektüre des Neuen Testaments nicht zurück, stellt Rezensent Bernhard Lang fest. Der Leipziger Philosophieprofessor führt die Auferstehungsgeschichte Jesu auf die Träume der vom Tod ihres Meisters traumatisierten Jünger zurück. Dessen Traum vom Reich Gottes wiederum beruhe auf der gescheiterten Beziehung des vaterlosen Jesus mit der Vaterersatzfigur Johannes' des Täufers. Belege für eine solche Beziehung finden sich zwar im Neuen Testament nicht wirklich, wendet der Rezensent ein. Umso beruhigender jedoch, wenn er versichert, dass es sich bei Türckes Arbeit um ein "ernsthaftes Buch, das Beachtung verdient" handelt. Bernhard Lang verbindet mit diesem Buch gar die Hoffnung, es könne eine "kulturwissenschaftliche Jesusforschung" jenseits der Theologie anstoßen.
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