Bücherschau der Woche
Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.
Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
Über uns
Service für Leser
Service für Kunden
Aus dem Archiv
- Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
- Der dänischer Karikaturenstreit: Eine europäische Presseschau
- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
Links
Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Klappentext
In diesem Jahr wird allüberall der Geist der Einheit beschworen. Das Land müsse endlich wirklich eins werden, und das heißt vor allem: gleich. Das ist falsch, hält Jana Hensel dagegen. Ostdeutsche und Westdeutsche sind nicht gleich. Sie beschreibt die Ostdeutschen nicht als defizitäre Westdeutsche, als diejenigen, die es noch nicht auf den Standard der übrigen Bundesrepublik geschafft haben. Vielmehr sagt sie: Die Ostdeutschen haben nicht nur vor 1989, sondern auch danach anders gelebt, haben andere Erfahrungen gemacht, eine andere Geschichte gehabt. Daraus haben sie eine eigene Identität gewonnen. Diese Identität gilt es zu beschreiben. Sie ist keine Gefahr für die Einheit, sondern eine Bereicherung Deutschlands.
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 24.10.2009
Die Erfolgs-Sachbuchautorin Jana Hensel versucht hier, stellt die reichlich verstimmte Rezensentin Renate Meinhof fest, ein "Wir" zu konstruieren, das es nicht nur nicht gibt, sondern auch niemals gab. Und was noch schlimmer ist: Dieses "Wir" des Ossis, der die Welt nicht versteht, weil es die Welt des Westens ist, ist ihr von Herzen unsympathisch. Das liest sich, so Meinhof, wie die Klagen einer verbitterten alten Frau und weigere sich, zur Kenntnis zu nehmen, dass es längst ganz andere Biografien von im Osten Geborenen gibt. Den Themen, den sich Hensel dann gesondert widmet, etwa dem Stasi-Streit zwischen Jenny Gröllmann und Ulrich Mühe, sowie den ausländerfeindlichen Ausschreitungen der frühen Neunziger Jahre, zeige sie sich überdies analytisch nicht gewachsen. Also, kurz gesagt, die Rezensentin hat sich geärgert, und ist sehr dafür, dieses Buch zu vergessen und zu "begraben".
Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 01.10.2009
Unzulänglich, unintelligent und streckenweise unerträglich findet Rezensentin Susanne Schädlich dieses Buch, das ihr darüber hinaus auch arg auf Donnerschlag und Bestsellerlisten schielend kalkuliert zu sein scheint. Sie wirft Jana Hensel einen höchst beschränkten und von wenig Differenziertheit getrübten Blick auf die Wende vor, der auch noch ehemalige DDR-Bürgerrechtler diskreditiere. Auch Hensels Darstellung der Tragödie zwischen Ulrich Mühe und seiner Frau Jenny Gröllmann, die ihn bespitzelt haben soll, nimmt die Rezensentin mit fassungslosem Kopfschütteln zur Kenntnis: Am Ende stehen beide gleichermaßen als Opfer und Täter da. Gänzlich unerträglich wird es für die Rezensentin angesichts von Jana Hensels Darstellung des Überfalls von Rechtsradikalen auf ein Rostocker Asylantenheim. Hier findet sie die Verharmlosung der politischen Zustände auf dem Gebiet der ehemaligen DDR nicht mehr tolerabel.
Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Mehr Bücher aus dem Themengebiet
Von Lesern empfohlene Bücher
Petur Gunnarsson: punkt punkt komma strich
Aus dem Isländischen von Benedikt Grabinski. Eine isländische Kindheitsgeschichte, die am Ende des Zweiten ...
Moti Kfir, Ram Oren: Sylvia Rafael
Als bei den Olympischen Spielen in München im September 1972 elf israelische Sportler von einer palästinensischen ...
Archiv: Bücherschauen
Uangenehm plausibel
11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen
Archiv: Vorgeblättert
Joan Didion: Blaue Stunden
09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen
Maria Sonia Cristoff: Unbehaust
06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen
Lisa Kränzler: Export A
02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen








