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Harro Zimmermann
Friedrich Schlegel oder Die Sehnsucht nach Deutschland
Die Biografie des ersten deutschen Intellektuellen
Klappentext
Harro Zimmermanns Buch beschreibt den neuen Typus des "gesellschaftlichen Schriftstellers" am Ende des 18. Jahrhunderts in seinen intellektuellen Anstrengungen, Hoffnungen und Irritationen vor einem differenzierten Zeit- und Wirkungshorizont. Es wird erkennbar, wie das Denken Schlegels die Erbschaft der Aufklärung bewahrt und verwandelt. Der Leser wird Zeuge einer dramatischen intellektuellen Entwicklung, die mit der ironisch-politischen Provokation des Frühromantikers anhebt, um schließlich in einem verjüngten Wissensglauben zu enden, der die Zerstörungskräfte der Moderne noch einmal in die Erziehung des Menschengeschlechts heimholen möchte.
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 13.11.2009
Schade, schade, seufzt Gustav Seibt laut vernehmlich. Die erhoffte, so dringend vermisste ganz große Biografie zu Friedrich Schlegel ist es doch wieder nicht, was er da von Harro Zimmermann geboten bekommt. Das "Erbübel" der Schlegel-Forschung, die Trennung des "frühen" vom "späten" Schlegel, bleibt bestehen. Zimmermanns intellektueller Ansatz bewältigt den "gigantischen" Lebens- und Schaffensstoff nicht zu Seibts Befriedigung. Zu oberflächlich werden die äußeren Umstände, die Orte und Beziehungen von Schlegels Leben und die gesellschaftlichen und geistig-politischen Verhältnisse seiner Zeit beleuchtet, erklärt Seibt bedauernd. Und erst die Texte! Hier vermisst Seibt die Ruhe und Geduld, die dem Leser die Struktur von Schlegels Denken zu erschließen imstande wäre. Schlegels Leben als innerer Monolog - das ist für Seibt nicht mehr als ein Hinweis auf die immer noch zu schreibende große Schlegel-Biografie.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 30.09.2009
Einen zwiespältigen Eindruck hat Harro Zimmermanns Studie über den Frühromantiker Friedrich Schlegel bei Rezensent Norbert Hummelt hinterlassen. Verdienstvoll erscheint ihm, dass der Autor die Schriften Schlegels einer genauen Betrachtung unterzieht und die "gedanklichen Fäden" sucht, die die verschiedenen Seiten dieses widersprüchlichen, zerrissenen Geistes verbinden. So komme der Theoretiker der Frühromantik und der ästhetische Revolutionär ebenso zu seinem Recht wie der konservative Religiöse oder der Mystiker. Eine echte Biografie ist das Buch zu Hummelts Bedauern aber nicht, liegt der Fokus in seinen Augen doch zu sehr auf den Schriften und zu wenig auf dem Leben Schlegels. Zudem fehlt ihm ein genauerer Blick auf die Beziehung von Leben und Denken sowie eine Schilderung des Zeitkolorits. Statt eines anschaulichen und lebendigen Bildes von Schlegel findet er in dem Buch im Wesentlichen die Inhalte von dessen Schriften wiedergegeben, die dem Autor alle gleich wichtig erschienen, "aber deshalb leider mehr und mehr am Leser vorbeirauschen".
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