Bücherschau der Woche
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Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Helmina von Chezy
Leben und Kunst in Paris seit Napoleon I.
Klappentext
Herausgegeben von Benedicte Savoy. Kommentiert von Mara Bittner, David Blankenstein, Lisa Hackmann, Rene Hartmann, Matthias Heuser, Sophie Jung, Eva-Maria Knels, Malte Lohmann, Nadine Ott, Phlippa Sissis und Nina Struckmeyer. Die junge Berlinerin Helmina von Hastfer (1783-1856), geborene Klencke, reist 1801 nach Paris, um als Journalistin aus dem politischen und kulturellen Zentrum Europas zu berichten. Sie wird Mitarbeiterin der von Friedrich Schlegel herausgegebenen Zeitschrift Europa, verfasst Beiträge für deutsche Zeitschriften wie "Eunomia" oder "London und Paris" und gibt von 1803 bis 1804 die "Französischen Miscellen" für Johann Friedrich Cotta heraus. Das Werk "Leben und Kunst in Paris seit Napoleon dem Ersten" (zweibändig 1805 und 1807 publiziert) ist das Resümee der ersten Jahre ihrer journalistischen und schriftstellerischen Tätigkeit in der französischen Hauptstadt.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.10.2009
Als erstaunliche Entdeckung feiert Joseph Hanimann Helmina von Chezys 1806 in Weimar erschienenes Paris-Buch, das schon im 19. Jahrhundert vergriffen war und nun verdienstvoller Weise in einer deutschen Übersetzung vorliegt. Insbesondere der frische, unbekümmerte Blick, mit dem die bei ihrem Parisaufenthalt erst 20-jährige Berliner Autorin Museumsbesuche, Landpartien, Salonbesuche und allgemeine Beobachtungen notiert, haben es dem Rezensenten angetan. Dass sie dabei mitunter überraschend reife Urteile fällt, registriert Hanimann ebenso wie er merkt, dass insbesondere ihre geschichtlichen Reflexionen häufig "angelesen" oder "mitgehört" klingen. Aber auch im nebenbei Aufschnappen vermag der Rezensent noch ein besonderes Talent der Autorin auszumachen und ihre "weibliche" Perspektive weiß er ebenfalls besonders zu schätzen.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 25.09.2009
Was Helmina von Chezy bereits 1805 und 1807 als Verehrerin Napoleons (doch nicht nur) aus Paris, von den Landsitzen der Kaiserfamilie, aber auch von Volksfesten berichtet, hat für Rezensent Lothar Müller sowohl den Beiklang Rousseaus, Jean Pauls und Merciers, als auch, so wenn die Autorin in einer "Mischform aus Spaziergang, Gespräch und Brief" die Bestände des Louvre mustert, etwas von den Brüdern Schlegel. Dankbar stellt der Rezensent fest, wie vorbildlich diese Neuausgabe alles, worüber die Autorin berichtet (Orte, Figuren, Ereignisse), zu kommentieren weiß. Der politische Kontext, das Empire Napoleons I., wird Müller so gegenwärtig.
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