Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 12.02.2012, 21.04 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Dan Brown

Das verlorene Symbol

Roman

Cover: Das verlorene Symbol

Lübbe Verlagsgruppe, Bergisch Gladbach 2009
ISBN-10 3785723881
ISBN-13 9783785723883
Gebunden, 700 Seiten, 26,00 EUR

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Klappentext

Washington, D.C.: In der amerikanischen Hauptstadt liegt ein sorgsam gehütetes Geheimnis verborgen, und ein Mann ist bereit, dafür zu töten. Doch dazu benötigt er die Unterstützung eines Menschen, der ihm freiwillig niemals helfen würde: Robert Langdon, Harvard-Professor und Experte für die Entschlüsselung und Deutung mysteriöser Symbole. Nur ein finsterer Plan ermöglicht es, Robert Langdon in die Geschichte hineinzuziehen. Fortan jagt der Professor über die berühmten Schauplätze der Hauptstadt, doch die wahren Geheimnisse sind in dunklen Kammern, Tempeln und Tunneln verborgen. Orte, die vor ihm kaum jemand betreten hat. Und er jagt nicht nur - er wird selbst zum Gejagten. Denn das Rätsel, das nur er zu lösen vermag, ist für viele Kreise von größter Bedeutung - im Guten wie im Bösen.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 22.10.2009

Mit Verve hat sich Rezensent Dieter Hildebrandt in den neuen Dan Brown gestürzt, um mit roten Backen wieder daraus aufzutauchen: dies werde keine Rezension, denn es handele sich um kein Buch, sondern einen literarischen Ausnahmezustand, einen Bestseller, schreibt er. Diesmal führe die Verschwörung nach Washington, das einst von Freimaurern als Zentrum eines geheimen Reiches gegründet worden sei, was unter anderem, wie man liest, mysteriöse Hinweise auf dem profanen Dollarschein belegten. Hauchdünn habe Brown seine Handlungsfäden verknüpft, erkläre wieder einmal "auf liebenswürdigste Weise" prominente Bauten in der US-Hauptstadt. Als Leser fühlt sich Hildebrandt mitunter zerrissen vom unerträglich, aber angenehmst quälend in die Länge gezogenen Suspense sowie den viele Fährten und dem beständigen Reden um den "heißen Brei" - die lange Vorenthaltung der Wahrheitsenthüllung also. Dabei liest er das Buch, das seiner Ansicht zufolge nach den Regeln eines bizarren Puzzlespiels verfasst worden ist, und unserer "Allwissensgesellschaft" unentdecktes früheres Wissen gegenüberstellt wie einen "blendenden Bluff", "kessesten Obskuratismus" gar, was alles in allem nach großartiger Unterhaltung klingt.

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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.09.2009

Die deutsche Ausgabe von Dan Browns neuem Verschwörungsthriller wollte Lorenz Jäger nicht abwarten, er stürzte sich gleich auf das amerikanische Original. Für ihn ist das Buch ein "zugegeben sehr guter Thriller" und er selbst ganz in seinem Element: Denn über Freimaurer und ihre Aktivitäten weiß Jäger auch einiges zu sagen: über die Logenbrüder Lessing, Washington und Benjamin Franklin, über ihre Einweihungsgrade und Zeichen und Laszlo Földenyis Theorien über Pyramidensymbole. Außerdem möchte Jäger klargestellt sehen, dass Dan Browns "Symbolologie" in seinen und den "besseren Kreisen" als politische Ikonografie fungiere und deswegen nicht einfach belächelt werden dürfe. Nicht einverstanden ist Jäger allerdings damit, das Browns Freimaurer so harmlos daherkommen und auch nicht mit dem ein wenig an Scientology erinnernden Jargon.

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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 17.09.2009

Thomas Steinfeld hat keinen Thriller gelesen: Bei Lektüre des englischen Originals von Dan Browns "The Lost Symbol" - die deutsche Übersetzung erscheint erst Mitte Oktober - stellt er etwas enttäuscht fest, dass das Böse zu schwach ausfällt und dafür das vermeintlich Gute in Verkörperung des bekannten "Symbologen" Robert Langdon mehr noch als sonst den Raum bekommt, um sein eklektisches Geschichtswissen vor dem Leser auszubreiten. Entsprechend gelangweilt erzählt Steinfeld, wie sich Langdon auf den 600 Seiten von der abgeschnittenen Hand seines Mentors bis zur Entschlüsselung des größten Geheimnisses der Freimaurer durch etliche Symbolrätsel arbeitet, um schließlich in der Erkenntnis eines "seichten, vulgären" Pantheismus eine letzte Wahrheit zu finden. Konservativere und reaktionärere Phantasien als Dan Browns seien wohl nicht leicht zu finden, vermutet Steinfeld und beginnt die Kritik der Katholischen Kirche an diesen zu verstehen: aus ihnen "spricht die Konkurrenz".

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