Perlentaucher - Das Kulturmagazin

| Folgen Sie uns auf Twitter | Folgen Sie uns auf Facebook | Anmelden | Mobil | RSS | Newsletter

zuletzt aktualisiert 12.02.2012, 14.50 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Irfan Orga

Das Haus am Bosporus

Die Geschichte meiner Familie

Cover: Das Haus am Bosporus

Arche Verlag, Zürich 2009
ISBN-10 3716026042
ISBN-13 9783716026045
Gebunden, 511 Seiten, 24,90 EUR

Bestellen bei Buecher.de

Klappentext

Aus dem Englischen von Fritz Schneider. Die Geschichte einer türkischen Familie, die in einer Zeit, als ihr Land die Schwelle vom Mittelalter zur Moderne überschreitet, aus Frieden und Wohlstand in Krieg und Armut stürzt - doch ihre Würde nicht verliert. Irfan Orga wächst Anfang des 20. Jahrhunderts in einer großbürgerlichen Familie an den Ufern des Bosporus auf. Frieden und der elterliche Wohlstand bescheren ihm eine idyllische Kindheit. Doch mit dem Ersten Weltkrieg bricht das Unglück über die Familie herein; der Vater stirbt auf einem Gewaltmarsch zu den Dardanellen, und das Anwesen der Orgas fällt einem Großbrand zum Opfer. Während sich die Türkei in den Geburtswehen der Moderne windet, verarmt die Familie, und Irfan, der Sohn aus reichem Hause, muss Gras essen, um nicht zu verhungern. Aber er lässt sich nicht unterkriegen und bewahrt sich auch in Zeiten größter Not seine Würde und seinen Glauben an sich selbst.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 17.09.2009

"Eine Strahlkraft, die auch ein gutes halbes Jahrhundert nach seinem Erscheinen noch wirkt und berührt", bescheinigt Rezensentin Angela Schader den nun erstmals ins Deutsche übersetzten Jugenderinnerungen des türkischen Autors Irfan Orgas. Positiv überrascht ist sie vor allem vom ersten Teil, in dem Orga noch vor dem Ersten Weltkrieg im herrschaftlich-ottomanischen Elternhaus wohnt und so etwas wie eine Idylle erlebt. Überrascht zeigt sich die Rezensentin allerdings, dass auch für Orga die politischen Ereignisse in der Türkei nur eine untergeordnete Rolle in seinen Erinnerungen zu spielen scheinen - ein Mangel, der vor allem den etlichen Kürzungen im Rahmen der Veröffentlichung geschuldet ist, wie Angela Schader aus dem Nachwort erfährt. Statt Politik stelle das Buch den langsamen Verfall der Mutter in den Fokus, gegen den Orga anscheinend nicht genug getan hat. Damit mag das Buch "auch als eine schmerzliche Abbitte gelten für das, was ungetan und ungesagt blieb".

Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks

Mailen | Drucken | Merkzettel | Empfehlen auf Facebook | Twittern |

blog comments powered by Disqus

Archiv: Bücherschauen

Uangenehm plausibel

11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen

Archiv: Vorgeblättert

Joan Didion: Blaue Stunden

09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen

Maria Sonia Cristoff: Unbehaust

06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen

Lisa Kränzler: Export A

02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren