Ist Moral nur relativ? Oder gibt es moralische Normen, denen jeder Mensch - sofern er vernünftig denken kann - zustimmen muss? Das ist Auslegeordnung dieser 103 Seiten Text im Duodezformat. Hoerster weiß natürlich, dass diese vermeintlich "einfachen" Fragen auf Abertausenden von gelehrten Seiten schon abgehandelt worden sind. Doch einfache Fragen säumen den Pfad der Philosophie. Und diese müssen, auch im postsokratischen Zeitalter, leicht verständlich diskutiert werden.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 31.08.2009
Wunderbar belehrt sieht sich Christian Geyer von diesem Autor. Über Moralphilosophie, findet er, kann wohl nur derart klug und leicht verständlich schreiben, wer wirklich den Durchblick hat. Und den hat Norbert Hoerster, daran lässt Geyer keinen Zweifel. Rhetorisch versiert zudem, ohne sprachliche Verrenkungen Einsichten eröffnend und eben vom Fach - für Geyer rücken die Spezialdiskurse und die innerfachlichen Schlachtlinien der Moralphilosophie so in (be)greifbare Nähe. Geyer erlebt "Sternstunden des philosophischen Fragens" (Was bedeutet das Wort Moral?), ideologiefrei und bisweilen herrlich unvernünftig. Dass dem Rezensenten die Lektüre nicht langweilig wurde, versteht sich von selbst.
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