Johann Wolfgang Goethe (1749-1832) ist der Klassiker schlechthin. Dabei war der junge Mann, der mit Anfang Zwanzig den "Götz" und den "Werther" schrieb, für viele eine Provokation. Den älteren Zeitgenossen galt er als zu wild und respektlos, die Jüngeren machten ihn zum Idol ihrer Generation und der rebellischen Sturm-und-Drang-Bewegung. Der junge Goethe schlug eine Karriere als Anwalt aus, um seiner Generation eine neue Sprache zu geben, ehrlich, kraftvoll, genialisch. Auch nach Weimar ging er nicht schon als Klassiker und Minister, sondern um sich dort mit dem erst 18-jährigen Herzog Carl August auszutoben und das Hofleben unsicher zu machen. Ob er dann nach Italien reiste oder in den Krieg zog oder sich schwärmerisch in immer jüngere Frauen verliebte, es lag dahinter auch die Absicht, sich zu verjüngen, jung zu bleiben und sich immer wieder selbst neu zu erschaffen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.08.2010
Schon durch schieres und verwirrendes Namedropping ist dieses Buch für Leser ab 14 nicht geeignet, meint Rezensent Christian Heger, und welcher älterer Leser sollte noch zu dieser Goethe-Biografie greifen, die der Intention nach für Jugendliche gedacht ist? Wenn man Heger glaubt, dann macht die Autorin hier zu viele Voraussetzungen, ohne wirklich Anspruch zu haben - und vor allem ohne klar zu machen, was Goethe nun eigentlich für junge Leser interessant macht. Zwar bescheinigt Heger der Autorin, "ein anschauliches Zeitbild" zu entwerfen - aber der Duktus ihres Erzählung ist ihm zu episodenhaft und die Beziehug zwischen Leben und Werk zu bilderbogenhaft und sentimental.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 28.08.2009
Oje, ausgerechnet bei der Lektüre von Monika Pelz? Goethe-Buch für junge Leser wähnt Gustav Seibt sich im staubtrockenen Germanistischen Seminar. Das kann ja nicht gut gehen. Ebenso unsinnig findet Seibt den Umstand, dass die Autorin uns den jungen Goethe in seiner ersten Lebenskrise vorenthält. Für Seibt eigentlich der ideale Anknüpfungspunkt für Goethe-Beginner. Stattdessen muss sich Seibt über "bezwingende Metaphern" in der "Iphigenie" belehren lassen - gar nicht fesselnd.
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