Aus dem Italienischen von Anja Nattefort. Maria ist Lehrerin in Neapel und hat ihr Leben fest im Griff: Sie ist ungebunden, emanzipiert und freut sich auf ihr erstes Kind. Doch dann kommt Irene schon im sechsten Monat zur Welt, muss in den Brutkasten, und niemand weiß, wie es weitergehen wird. Die Ausnahmesituation ändert Marias Blick auf sich und ihre Umgebung: Sie erlebt eine Stadt, deren Zerrissenheit zwischen überbordender Vitalität und tiefer Resignation täglich spürbar ist. Sie muss akzeptieren, dass das Schicksal unberechenbar ist, doch sie merkt auch, wie sie innerlich daran wächst. Nach mehreren Wochen ist Irenes Zustand stabil. Für Mutter und Tochter beginnt das Leben neu. Ein bewegender literarischer Roman, geschrieben in einer klaren, unsentimentalen Sprache.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 18.08.2009
Mit Sympathie bespricht Maike Albath diesen Roman der neapolitanischen Autorin Valeria Parrella, die darin die - offenbar auf eigene Erfahrungen zurückgehende - Geschichte einer Frau erzählt, deren Kind als Frühchen geboren wird. Beklommen liest Albath von der Angst Der Frau um das ums Überleben kämpfende Kind, ihre hilflose Einsamkeit, die Kälte der Mediziner. Dabei, kann die Rezensentin versichern, verzichtet Parrella nicht nur auf jede Form von Sentimentalität, sondern bettet die Geschichte einer Mutterschaft auch in ein Porträt der Stadt Neapel und ihrer gebeutelten Bewohner ein, sodass Albath den Roman schließlich als eine "Chiffre für die Fährnisse der Existenz" gelesen hat.
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