Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 12.02.2012, 21.04 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Harry Graf Kessler

Harry Graf Kessler: Das Tagebuch 1880-1937

Fünfter Band 1914-1916

Cover: Harry Graf Kessler: Das Tagebuch 1880-1937

Klett-Cotta Verlag, Stuttgart 2009
ISBN-10 3768198154
ISBN-13 9783768198158
Gebunden, 1000 Seiten, 63,00 EUR

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Klappentext

Im Sommer 1915 erscheinen in Kesslers Tagebuch unheimliche Bilder von menschenleeren Landschaften, immer wieder klingt die Vorstellung vom riesigen russischen "Märchenreich" an, in das die deutschen und österreichischen Truppen einmarschieren. Im Oktober und November 1915 folgen detaillierte Aufzeichnungen über den Verlauf der Schlacht um Czartorysk, eine Karte mit den Frontverläufen ist dem Band beigegeben. Im April 1916 wird Kessler an die Westfront versetzt, um dort bei Verdun an der wohl bekanntesten Schlacht des Ersten Weltkriegs teilzunehmen. Eindringlich schildert das Tagebuch die sinnlosen Kämpfe, die hohe Verluste an Mensch und Material forderten. Am 19. Mai 1916 fährt Kessler dienstlich nach Berlin und kehrt nie wieder an die Front zurück. In der biografischen Literatur zu Kessler hat es immer wieder Spekulationen um einen "gesundheitlichen Zusammenbruch" gegeben, die sich im Tagebuch allerdings nicht bestätigt finden.

BuchLink. In Kooperation mit den Verlagen (Info):
Harry Graf Kessler: Das Tagebuch 1880-1937" - Informationen beim Verlag Klett-Cotta

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 11.08.2009

Den "noblen roten Grafen" des achten Tagebuchbandes (1923-1926) von Harry Graf Kessler sucht Jan Süselbeck im jetzt erschienenen fünften Band (1914-1916) vergebens. Eher erinnern ihn Kesslers teils euphorische Notate zum "Augusterlebnis" von 1914 an Ernst Jünger. Auch Kessler hatte der Kriegswahnsinn erfasst, lernt Süselbeck hier. Seine Analysen und insbesondere seine Berichte von der Ostfront erscheinen dem Rezensenten insofern nicht nur für die Historiografie von Interesse zu sein. Zusammen mit Kesslers "kolonialem" Blick und seinen "hochfahrenden geopolitischen" Überlegungen ergeben sie für ihn ein "sensationelles mentalitätsgeschichtliches" Panorama, das bereits Charakteristika des späteren Vernichtungskriegs der Nazis zeigt. So bestürzend wie wichtig findet Süselbeck die mit dieser Tagebuchlektüre gewonnene Einsicht, dass selbst Intellektuelle wie Kessler der Verführung durch einen Eroberungskrieg erlegen waren.

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06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen

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