Gedichte - im Sinne von kurzen, nur handtellergroßen Sprachstücken - und Kurzgeschichten lägen ihm nicht, hat Uwe Tellkamp gesagt, die zeigten nur einen Weltausschnitt statt der Totalen, auf die es ankomme. Ihn interessiere das Epische, "das Weltumgreifende, der Roman als Kapsel, als Botanisiertrommel der vergangenen Zeit". Nach dem Erscheinen seines Romans "Der Turm" mutmaßten die Feuilletons über die literarischen Gewährsleute Tellkamps, man brachte Gottfried Keller, Thomas Mann und Heimito von Doderer ins Spiel. In seiner Leipziger Poetikvorlesung 2008 gibt er nun selbst ausführlich Auskunft über sein poetologisches Programm.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 01.08.2009
Klein denkt und Geringes will dieser Dichter nicht. Und recht hat er, meint Thomas Steinfeld, der Uwe Tellkamp gegen alle, die sein Pathos nur peinlich finden, entschieden zu verteidigen gedenkt. Sichtbar wird, was der Dichter will, nicht zuletzt in diesem Verstreutes sammelnden Band. Tellkamp schreibt hier nicht nur über von ihm geschätzte Schriftsteller (Onetti, Hölderlin et cetera) sondern entwirft, so Steinfeld, sein "poetisches Programm". Kondensiert ist es in seiner Forderung, der Romanautor müsse wieder "Dom-Baumeister" sein und die Leserin und den Leser ins Offene führen. Darin sieht Steinfeld keine Metaphernvermischung, sondern etwas, das er nur gutheißen kann.
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