Gyula Krudy

Das Gespenst von Podolin

Roman
Cover: Das Gespenst von Podolin
Kortina Verlag, Budapest 2008
ISBN 9783950231564
Gebunden, 267 Seiten, 18,90 EUR

Klappentext

Aus dem Ungarischen von György Buda. Das Nachwort von György Dalos. Das junge slowakische Bauernmäd­chen Antschurka verschlägt es nach dem Tod ihrer Mutter in das verschla­fene Städtchen Podolin, wo sie in dem Haushalt des schwerreichen Jungge­sel­len Riminszky Unterschlupf findet. Den grimmigen Hausherrn scheint eine geheimnisvolle Beziehung mit dem neuen Besitzer der halb verfallenen Burg Nizsder zu verbinden, den noch nie jemand gesehen hat. Die Spuren führen zurück in die Studentenstadt Heidelberg, zur zarten Liebe einer Uhr­macherstochter und zu einer tragisch aus­gegangenen Dreiecksgeschich­te. Ant­schurka und ihre geliebte Katze fin­den sich bald in der düsteren Burg wieder - und die Ereignisse neh­men eine dramatische Wendung.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.07.2009

Tilman Spreckelsen kann sich gut vorstellen, dass der 1906 von Gyula Krudy verfasste und nun erstmalig auf Deutsch vorliegende Roman "Das Gespenst von Podolin" nicht unter allen Lesern Freunde finden wird. Die mit allen Motiven des schon Anfang des 20. Jahrhundert aus der Mode gekommenen Schauerromans bestückte Handlung um gequälte Waisenmädchen, mit dem Teufel um die Wette trinkende Burgherren oder Harfe spielende Uhrmachertöchter stellt sich in der Summe als ausgemachte Groteske dar, erklärt der Rezensent. Nach einem fassbaren Sinn dürfe man dabei nicht fragen, so Spreckelsen, der betont, dass der ungarische Autor weder ein Gesellschaftsporträt noch eine wirklichkeitsnahe Schilderung von Land und Leuten verfolgte. Dafür geht es laut Rezensent aber um "Gedenken und Vergessen", das, wie er glaubt, eigentliche "Hauptthema" in diesem turbulenten Roman. Trotz der völlig unglaubwürdigen und im hohen Maße unplausiblen Handlung stellt diese Geschichte ein großartiges Lesevergnügen dar, für diejenigen, die sich auf den spielfreudigen "Erzählfuror" des Autors einlassen können, wie der Rezensent versichert.
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