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zuletzt aktualisiert 10.02.2012, 17.04 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Sebastian Ullrich

Der Weimar-Komplex

Das Scheitern der ersten deutschen Demokratie und die politische Kultur der frühen Bundesrepublik. Dissertation

Cover: Der Weimar-Komplex

Wallstein Verlag, Göttingen 2009
ISBN-10 3835304429
ISBN-13 9783835304420
Gebunden, 679 Seiten, 48,00 EUR

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Klappentext

Sechzig Jahre nach Gründung der Bundesrepublik Deutschland fehlt es nicht an Stimmen, die ihre Entwicklung als eine beispiellose Erfolgsgeschichte erzählen. Dabei gerät leicht in Vergessenheit, wie mühsam und umstritten der demokratische Neubeginn nach 1945 war. Nicht wenige fürchteten zunächst, der Bonner Staat werde schon bald den Weg seines Vorläufers, der gescheiterten Weimarer Republik gehen. Die erste deutsche Demokratie, deren Untergang die meisten Zeitgenossen noch miterlebt hatten, war die Negativfolie, vor deren Hintergrund die zweite deutsche Demokratie konzipiert und an der sie immer wieder ängstlich gemessen wurde. Bis in die politischen Debatten der Gegenwart hinein wird auf die "Lehren aus Weimar" Bezug genommen und vor einer erneuten Gefährdung der Demokratie gewarnt.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 19.02.2010

Der Historiker Hans Mommsen bespricht den Band von Sebastian Ullrich mit Wohlwollen. Den sogenannten Weimar-Komplex vermag ihm Ullrich in seiner umfassenden und detaillierten Darstellung des Scheiterns der Weimarer Republik und deren Auswirkungen auf die Entstehung der Bundesrepublik zufriedenstellend auseinanderzusetzen. Mommsen anerkennt die umfassende Quellenauswertung, auf die der Autor seine Analysen und sein Fazit stützt, demzufolge die Republik öffentlich eher negativ beurteilt wurde. Ullrichs Analysen und Feststellungen zur Weimar-Forschung und ihrer Verankerung im "bundesrepublikanischen Werthorizont" mit den Arbeiten Fritz Fischers und Karl Dietrich Brachers leuchten Mommsen ein.

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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 16.07.2009

Für Robert Probst gehört Sebastian Ullrichs "erhellende" Studie zum Besten, was bislang zum 60. Jubiläum des Grundgesetzes erschienen ist. Dass Ullrich, anders als andere Bezugnahmen auf die Weimarer Republik, das Werden der Bundesrepublik nicht als einzige grandiose Erfolgsstory präsentiert, sondern "kenntnis- wie detailreich" als zähes Ringen und schwierigen intellektuellen Diskurs über konkurrierende Werte- und Ordnungsvorstellungen, findet Probst äußerst wohltuend. Machtpolitik, nicht etwa ein parteienübergreifendes harmonisches Demokratieverständnis, war oft genug ausschlaggebend für die Auseinandersetzung mit Weimar, lehrt den Rezensenten die Lektüre. Über die wichtige Rolle der Alliierten hätte er allerdings gern mehr gelesen. Und dass Ullrichs Betrachtung im Jahr 1959 endet, findet er schade. Schließlich geht die Auseinandersetzung weiter. Angesichts des derzeitigen "Krisengeredes", meint Probst, könnte der Band jedenfalls sensibilisierend wirken.

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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 09.07.2009

Als "brillant und quellengesättigt" , ja "Musterbeispiel einer modernen kulturwissenschaftlich erweiterten Politikgeschichte" lobt Rezensent Edgar Wolfrum diese Studie zum Einfluss der gescheiterten Weimarer Republik auf die politische Kultur der alten Bundesrepublik. Sebastian Ullrich bohre in seiner Dissertation zum ersten Mal in die Tiefe, "wie die Narbe des Weimarer Scheiterns zum Bestandteil bundesdeutscher Identität" geworden sei. Dabei durchmesse er sein Terrain in zwei Teilen, beginnend mit der Nachkriegsbesatzung, Erfahrungen von Emigration und dem Weimar-Bild der Alliierten. Anschließend nehme er das Gründungsjahrzehnt 1949-59 ins Visier, und spiegele das Weimarbild des Westens auch mit dem der DDR, streife dabei aber die Zeit nach 1959 nur kursorisch. Abschließend werde mit "analytischem Blick" die Weimar-Forschung einer neuen Historikergeneration beleuchtet. Damit ist aus Sicht des Rezensenten dieser Komplex "trefflich historisiert".

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Archiv: Bücherschauen

Golden german tor lass uns ein als große fisch

10.02.2012: Die SZ ermittelt mit Martin Amis' Roman "Die schwangere Witwe" jenen Nullpunkt, an dem sich Sex und Liebe trennten. Die FAZ geht mit Didier Decoin der Frage nach, warum 38 Menschen der um ihr Leben kämpfenden Kitty Genovese nicht halfen. Die FR feiert den "famose Falschmünzer" Juri Andruchowytsch und seinen Roman "Perversion". Begeistert ist sie auch von Michael Ondaatjes Roman "Katzentisch". Mehr lesen

Archiv: Vorgeblättert

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09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen

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06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen

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