Bücherschau der Woche
Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.
Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
Über uns
Service für Leser
Service für Kunden
Aus dem Archiv
- Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
- Der dänischer Karikaturenstreit: Eine europäische Presseschau
- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
Links
Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Klappentext
Die unglaubliche Geschichte des Konrad Zuse, der den ersten Computer der Welt baute - und die Erfindung einer unmöglichen Liebe. "Glauben Sie mir, das Erfinden, auch das geht ja nicht ohne Eros. Ohne Eros entwickelt sich nichts im Leben, nicht einmal der Bau von Rechenmaschinen ... Die Frau, die Leibniz verstand. Die mich verstand. Die Frau, die mich erfand. Die mit mir den Computer ... Die Frau, für die ich den Computer erfand ... Das war sie und das ist sie und das wird sie immer sein, wenn dies Bekenntnis einmal in der Welt ist."
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 09.12.2009
Interessant findet der Rezensent Christoph Bartmann allemal, wie Autor Friedrich Christian Delius das Leben - und vor allem das Liebesleben - des Computer-Erfinders Konrad Zuse fiktionalisiert. Ob Bartmann die Erzählung aber auch überzeugend findet, wird in der Besprechung nicht so richtig klar. Auch nicht, ob er das Faustische an der Erzählung stimmig findet. Lakonisch konstatiert er: "Eigentlich ist uns jede Romankonstruktion recht, auch die Erfindung einer Frau." Auf jeden Fall macht es dem Rezensenten Spaß, die "Nacht-Seite des Computers" zu entdecken.
Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.10.2009
Einen Roman wie diesen hätte der Rezensent Hans-Jürgen Schings dem Autor, den er bislang als Alt-Achtundsechziger eingeordnet hatte, nicht zugetraut. Ganz offen und ohne Vorurteile und Technikfeindlichkeit nämlich nähere der Ich-Erzähler sich hier dem Computer-Erfinder Konrad Zuse. Der erzählt im Gespräch sein Leben und das heißt auch davon, wie er den Computer erfand und wie er sich - unpolitisch im Wesentlichen - durch das Dritte Reich manövrierte. Zwar spielen auch Faust und Mephisto in dies stark monologische Zwiegespräch herein, eine Hauptrolle übernehmen sie jedoch nie. Nicht so ganz gelungen findet Schings nur den Kunstgriff, auf den der Titel verweist. Zuse nämlich wird eine Frau aus anderen Zeiten zugesellt, Ada Lovelace, die einst die Mitarbeiterin von Charles Babbage, also des Rechenmaschinenerfinders des vorangegangenen Jahrhunderts war. Sie bleibt so ein "Gespenst", der Roman aber wird zur "Erfolgsgeschichte" eines faszinierenden Mannes.
Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 20.08.2009
Ursula März bespricht F.C. Delius' Roman über den Computer-Pionier Konrad Zuse mit aller Sympathie, ihrer Meinung nach sind die beiden - das verkannte Genie auf der einen, der auf Doku-Fiction spezialisierte Romancier auf der anderen Seite - wie geschaffen füreinander. Und tatsächlich funktioniert der Roman für sie über weite Strecken auch ganz fantastisch. Sehr plastisch führt Delius ihr den kauzigen Tüftler mit all seinem "Eigensinn, Charme und Attitüden" vor Augen, und zwar indem er Zuse selbst in einem fiktiven Interview sein Leben erzählen lässt. Gebannt lauscht sie, wie Zuse von seiner Entwicklung des Z3 erzählt, von dem Widerstand und der Ignoranz, auf die er gestoßen ist (noch 1967 entschied ein Gericht, dass Zuse nichts "patentwürdiges" erfunden habe, berichtet März), und von der Kränkung, die dies bedeutet hat. Aber im Verlauf des Buches funktioniert dies für März ein wenig zu gut, und wenn sie dem Erzähler auch die "Onkelwitzchen" und Spießigkeiten verzeiht, findet sie die - durchaus authentischen - Wiederholungen eines alten Mannes mit der Zeit ziemlich ermüdend.
Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 15.08.2009
Verhalten äußert sich Rezensent Jürgen Verdofsky über F. C. Delius' Roman "Die Frau, für die ich den Computer erfand". Die Idee eines Buchs über Konrad Zuse, Erfinder des ersten funktionstüchtigen, frei programmierbaren und programmgesteuerten Computers der Welt, des Z3, scheint ihm zwar zu gefallen. Aber für die Umsetzung kann er sich nicht wirklich erwärmen. Delius' Zuse, der in vorliegendem Roman einem Journalisten über sein Leben, seine Arbeit, seine imaginierte Liebe zu Ada Byron erzählt, erscheint Verdofsky vor allem als monologisierender Melancholiker. Eine Kompositionshöhe wie in Delius' "Bildnis der Mutter als junge Frau" sieht er hier durch "abschweifende Rollenprosa" vertan. Sein Fazit: "Auch in der Literatur gehen gute Ideen an ihrer Übertreibung zugrunde."
Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 18.07.2009
Zwei real existierende Figuren mit sich nicht überschneidenden Lebzeiten führt Friedrich Christian Delius in diesem Roman zusammen. Der eine ist Konrad Zuse, der deutsche Erfinder des Computers. Die andere ist Ada Lovelace, Tochter von Byron, Mitarbeiterin des Rechenmaschinen-Visionärs Charles Babbage und Erfinderin der "ersten Programmiersprache der Welt". Zwischen den beiden lässt Delius nun eine Liebesgeschichte sich kontrafaktisch ereignen, und er tut dies mit voller Absicht, wie die Rezensentin Beatrix Langner feststellt, so, dass auch von ihr offenkundig für halb-legasthenisch gehaltene "Googler und Chatter" es verstehen. Das ist dann wohl als hoch ambivalentes Lob zu begreifen.
Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Mehr Bücher aus dem Themengebiet
Von Lesern empfohlene Bücher
Jan Philipp Reemtsma: Vertrauen und Gewalt
Warum sich die Soziologie mit den Phänomenen der Gewalt so schwer tut, ist eine der zentralen Fragen, mit ...
Peter Nadas: Parallelgeschichten
Aus dem Ungarischen von Christina Viragh. 1989, im Jahr des Mauerfalls, findet der Student Döhring beim Jogging ...
Archiv: Bücherschauen
Golden german tor lass uns ein als große fisch
10.02.2012: Die SZ ermittelt mit Martin Amis' Roman "Die schwangere Witwe" jenen Nullpunkt, an dem sich Sex und Liebe trennten. Die FAZ geht mit Didier Decoin der Frage nach, warum 38 Menschen der um ihr Leben kämpfenden Kitty Genovese nicht halfen. Die FR feiert den "famose Falschmünzer" Juri Andruchowytsch und seinen Roman "Perversion". Begeistert ist sie auch von Michael Ondaatjes Roman "Katzentisch". Mehr lesen
Archiv: Vorgeblättert
Joan Didion: Blaue Stunden
09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen
Maria Sonia Cristoff: Unbehaust
06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen
Lisa Kränzler: Export A
02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen








