Von obskuren Anfängen im Fahrwasser der iranischen Revolution hat sich die Hizbullah zur stärksten Kraft im Libanon gewandelt: Schiitische Miliz, Regierungspartei, Opposition, islamistisches Netzwerk unter Terrorverdacht, Sozialdienst, Medien- und Wirtschaftsunternehmen, religiöses Gerichtssystem, Verhandlungspartner, nationale Widerstands- und Verteidigungsarmee, verlängerter Arm Syriens und des Iran, moralische Instanz, Spalter und Versöhner, Ideologe und Pragmatiker - die Hizbullah füllte und füllt vielfältige und wechselnde Rollen aus. Manuel Samir Sakmani zeichnet den Weg der Partei Gottes nach und nimmt eine Analyse des Ist-Zustandes und der Perspektiven des Verhältnisses der Hizbullah zum Libanon und seinen Nachbarn vor.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 29.06.2009
Das Buch teilt Rezensent Wolfgang G. Schwanitz in zwei Hälften. Der historische Teil, in dem Manuel Samir Sakmani versucht, die Entwicklung der Hisbollah im Libanon aus der Achse Damaskus-Teheran zu erklären, findet er solide. Im zweiten, aktuellen Teil des Buches stößt sich der Rezensent hingegen mitunter am apologetischen Ton von Sakmanis Ausführungen. Zu der "deutlich sympathischeren" Darstellung der Hisbollah im zweiten Teil und zu Sakmanis Relativierung der von ihr augehenden Gewalt muss sich Schwanitz entsprechend kritischere Passagen im Band erst wieder ins Gedächtnis rufen, um ein ausgeglicheneres Bild zu erhalten.
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