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Ludwig Achim von Arnim
Texte der deutschen Tischgesellschaft. Werke und Briefwechsel, Band 11
Historische-kritische Ausgabe (Weimarer Arnim-Ausgabe)
Klappentext
Herausgegeben von Roswitha Burwick, Lothar Ehrlich, Heinz Härtl, Renate Moering, Ulfert Ricklefs und Christof Wingertszahn. Der Band versammelt erstmals alle Dokumente der deutschen Tischgesellschaft, die am 18. Januar 1811 von L. Achim von Arnim mit Unterstützung Adam Müllers gegründet wurde. Es handelt sich um die bedeutendsten Zeugnisse für das kulturpolitische Engagement der Berliner Romantik mit nationalistisch-antifranzösischer und antisemitischer Tendenz. Zu diesen Texten gehören neben wichtigen patriotischen Liedern und satirischen Tischreden Arnims u.a. Brentanos Satire "Der Philister vor, in und nach der Geschichte" sowie Beiträge Fichtes (Vorsitzender der Tischgesellschaft ab Mitte 1811) zur Vereinsgeselligkeit.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.08.2009
Verhalten äußert sich Hermann Kurzke über den elften Band der historisch-kritischen Ausgabe der Werke Achim von Arnims, der Texte der von ihm 1811 gegründeten "deutschen Tischgesellschaft" versammelt. Diese Vereinigung zählt nach Auskunft Kurzkes zwar nicht zum reaktionären Lager, war aber stark antisemitisch ausgerichtet. Arnims bei Tisch gehaltene Rede "Über die Kennzeichen des Judentums" ist in seinen Augen "voll böser Legenden und Vorurteile", die der Dichter für witzig gehalten haben mag, Kurke aber nur "widerlich" findet. Insgesamt scheinen ihm die Texte der Fressgesellschaft "literarisch ohne Rang und Belang". Edition und Kommentierung des Bands bedenkt er mit Lob, hebt aber hervor, dass der getriebene Aufwand allenfalls durch die Bedeutung der Texte für die Geschichte des deutschen Antisemitismus gerechtfertigt ist.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 18.05.2009
In den von Stefan Nienhaus im Rahmen der historisch-kritischen Arnim-Ausgabe edierten Texten zur Geschichte der deutschen Tischgesellschaft stößt Rezensent Jens Bisky auf die "Urszene des modernen Antisemitismus". Was die illustren Mitglieder von Schleiermacher über Brentano bis Kleist im Rahmen der "national-euphorischen Gesinnungsgemeinschaft" zum besten gaben, lässt Bisky staunen. Zumal er erkennt, dass die Versammelten keine "verstockten Reaktionäre" waren, sondern "Männer der Zukunft". In den Texten kann Bisky davon allerdings nicht viel erkennen. Kein Scharfsinn, dafür Schenkelklopfen. Bei Achim von Arnim sieht Bisky mit Schaudern, wie sich die Klischees des Judenhasses mit politischen Problemen der Zeit zum Antisemitismus verdichten.
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