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zuletzt aktualisiert 11.02.2012, 19.57 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Walter Kempowski

Langmut

Gedichte

Cover: Langmut

Albrecht Knaus Verlag, München 2009
ISBN-10 3813503402
ISBN-13 9783813503401
Gebunden, 82 Seiten, 16,00 EUR

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Klappentext

Zu seinem 80. Geburtstag, das hat Walter Kempowski kurz vor seinem Tod verfügt, soll der Gedichtzyklus "Langmut" erscheinen. Ich glaubte immer, so Kempowski, dass ich nie ein Gedicht schreiben werde, und doch stieß mir die Stimme, wie Rilke sagt, eines Tages den Mund auf. Da wusste ich auf einmal, dass mit meinem Buch "Im Block" noch nicht das letzte gesagt worden war über meine Haftzeit in Bautzen.

BuchLink. In Kooperation mit den Verlagen (Info):
Walter Kempowski: Langmut - Leseprobe beim Albrecht Knaus Verlag

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 18.07.2009

Fast ein wenig überrascht zeigt sich Rezensent Nico Bleutge über diese Gedichtsammlung aus dem Nachlass von Walter Kempowski. Vom großen "Chronisten der deutschen Nachkriegsgeschichte" hätte er diesen Gedichtband jedenfalls nicht unbedingt erwartet. Naheliegend scheint ihm, die Gedichte vor dem Hintergrund von Kempowskis Gefängnis-Erfahrung zu lesen, schon wegen der Bilder von Dunkelheit und Kälte und der Rede von "Gittern" und "Mauern". Allerdings - und das ist für Bleutge auch das "Schöne" an diesen Gedichten - verlangen sie diese Lesart nicht. Bei der Stimmung von Bedrohung und Absurdität, die in vielen Gedichten aufkommt, fühlt er sich immer wieder an Kafka oder Beckett erinnert.  Skepsis und Zweifel sprechen für Bleutge aus den Gedichten, aber auch Erinnerungen an das Glück, an die Kindheit.

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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 29.04.2009

Für Gustav Seibt ist Walter Kempowskis erster, nun postum erschienener Gedichtband zwar eine Überraschung, er erkennt darin aber einen "unverzichtbaren Schlussstein" des Gesamtwerks. Der gleichzeitig mit einer von Kempowski selbst eingelesenen Hörfassung erschienene Band kehrt zu seiner Haftzeit in Bautzen zurück, wo er acht Jahre wegen angeblicher Wirtschaftsspionage einsaß, erklärt der Rezensent. Die CD bringt den typischen "Kempowski-Ton" zu Ohren, "leicht jammerig, vorwiegend gleichmütig, unendlich zivilistisch", so Seibt durchaus eingenommen. Die Gedichte haben ihn durch ihre von jeglicher Anklage freien Lakonie und ihre Haiku-artige Knappheit berührt, wie man dieser Kritik deutlich anmerkt.

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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.04.2009

Berührt zeigt sich Friedmar Apel von diesen Gedichten Walter Kempowskis, der heute achtzig geworden wäre. Der für seine Romane und sein "Echolot"-Projekt bewunderte Schriftsteller wollte die Gedichte, die er während seiner Inhaftierung im Zuchthaus von Bautzen verfasst hat, nicht zu Lebzeiten herausrücken, hält Apel fest. Die traumatischen Erfahrungen im DDR-Gefängnis spiegeln sich für ihn in den kurzen Gedichten in "Langmut" wider. Sie scheinen ihm spröde, aber zugleich ergreifend. Bewegend sind sie für ihn besonders in der der "Schlichtheit eines elementaren Vokabulars", das "der Begrenztheit des Sichtbaren in der Haft" entspreche.

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Archiv: Bücherschauen

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11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen

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09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen

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06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen

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