Die Titanic ging in der Nacht des 15. April 1912 unter. Schon zwei Monate später war die Katastrophe zum ersten Mal verfilmt. Max Beckmann stellte im folgenden Frühjahr sein Ölgemälde in Berlin aus. Zahlreiche Publikationen, Sachbücher, Erzählungen und Gedichtbände erschienen. Opernlibrettisten nahmen sich des Stoffes an. Der Untergang der Titanic wurde zur Modellkatastrophe des zwanzigsten Jahrhunderts. Diese Anthologie präsentiert die Geschichte ihrer Literarisierung und Mythisierung.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 09.09.2000
Hermann Wallmann zeigt sich in seiner Rezension durchaus angetan von dieser Titanic-Anthologie, zumal hier seiner Ansicht nach "- ohne sie wohlfeil zu denunzieren - alle nur denkbaren Texte und Treuherzigkeiten versammelt sind, die begierig an der Katastrophe (des Untergangs) scheitern". Wallmann gefällt es, dass nicht der Schiffsuntergang selbst im Mittelpunkt des Interesses steht, vielmehr hätten sich die Herausgeber? wie sie selbst betonten, für `die Machart der Untergangsgeschichte, ihre symbolische Prägnanz und die Formvoraussetzung für ihren anhaltenden Erfolg` interessiert. Die Texte sind in ihrer Art sehr unterschiedlich, wie der Leser erfährt: journalistisch, politisch, Erinnerungstexte, Drehbuchausschnitte usw., wobei Wallmann mehrfach Texte von Hans Magnus Enzensberger hervorhebt. Insgesamt lobt der Rezensent das Buch als "theoretisch versiertes, verschmitzt belesenes Feature", das zu zahlreichen gedanklichen Assoziationen anregt.
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