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zuletzt aktualisiert 10.02.2012, 17.04 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Rainer Merkel

Lichtjahre entfernt

Roman

Cover: Lichtjahre entfernt

S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2009
ISBN-10 3100484428
ISBN-13 9783100484420
Gebunden, 202 Seiten, 18,95 EUR

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Klappentext

Der Familientherapeut Thomas Kaszinski wird vor eine scheinbar unlösbare Aufgabe gestellt. Er muss sein Leben in Ordnung bringen. Auf einer Reise nach New York trifft er seine langjährige Freundin. Doch die Beziehung scheint am Ende zu sein. In immer neuen Anläufen und in dem ständigen Bemühen um noch intensivere Erlebnisse nähert er sich dem Zentrum der Katastrophe und erinnert sich an die dramatischen Ereignisse der letzten Monate, die, wie seine Liebe, Lichtjahre entfernt sind. Er verliert sich in der Vergangenheit. Eine gemeinsame Reise in die Wüste wird zu einer Grenz-Erfahrung. Kurz vor seinem Rückflug erkennt er plötzlich, dass es noch eine Möglichkeit auf Rettung gibt.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 23.09.2009

Nicht wirklich erwärmen kann sich Rezensent Thomas Steinfeld für Rainer Merkels Roman "Lichtjahre entfernt". Das Buch um einen nicht besonders sympathischen Psychologen scheint ihm in erster Linie eine "psychologische Versuchsanordnung", sucht der Protagonist sich doch selbst innerlich abzuhärten und abzustumpfen, um gegen jeden möglichen Schrecken immun zu werden. Zu seinem Bedauern gelingt es Merkel nicht wirklich, diesen Versuch auch literarisch überzeugend umzusetzen - trotz des "stilistischen Aufwands", den er treibt. Statt etwa Erinnerungen anzudeuten, rufe sie der Autor meist nur auf. Was Steinfeld allerdings am meisten stört, ist, dass er auch nach zweihundert Seiten nicht weiß, warum ihn der Held des Buch überhaupt interessieren sollte.

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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 03.07.2009

Christoph Schröder hat sich anstecken lassen von der Spannung dieser Prosa zwischen Aufgeladenheit und Desinteresse. Für Schröder ist, was Rainer Merkels Roman ausgehend vom Ende einer Beziehung erzählt, mehr als ein Bewusstseinsstrom. So simpel der Plot, so kompliziert erscheinen Schröder die Wege der Erinnerung, über die die Hauptfigur, der Psychotherapeut Kaszinski, seine in die dunklen Ecken seiner Existenz führende Selbstanalyse betreibt. Wie der Moment zwischen Schlafen und Wachen kommt es dem Rezensenten vor, wenn der Autor den Assoziationen seines Helden freien Lauf lässt. Formal sieht er diesen Zustand gespiegelt in der Simultanität, im Tempo und in der punktuellen Genauigkeit der Schilderungen.

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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.03.2009

Das Dekor in Rainer Merkels neuem Roman kommt Ingeborg Harms "fast folkloristisch" vor. Es ist das New York der kreisenden Ventilatoren und der Lebenssinnsuche, in das Merkel seinen aus München angereisten Helden versetzt. Dass sich das eigentliche Drama im Kopf der Figur abspielt, erkennt Harms allerdings schnell. Ebenso, wie unaufrichtig ihre als Bewusstseinsstrom hervorquellende Lebens- und Partnerbilanz ausfällt. Laut Harms läuft in diesem Buch eh alles auf Sex und Geld hinaus. Und die Erkenntnisse, die der Autor dem Leser am Ende mitgibt, erscheinen in den Worten der Rezensentin eher als von populärpsychologischer Art.

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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 12.03.2009

Einigen Eindruck hat diese "symbolisch aufgeladene, anspielungsreiche" Geschichte einer zerbrechenden Beziehung auf Rezensent Michael Kothes gemacht. Nicht nur, dass es Rainer Merkel seiner Ansicht nach gelingt, aus "fragmentierten Episoden, Empfindungen, Fantasien" atmosphärische Dichte und facettenreiche Figuren entstehen zu lassen. Auch die Art, wie der Rezensent sich hier als Leser in die Entwicklung dieser "nachvollziehbaren Beziehungskonstellation" einbezogen fühlt, beeindruckt ihn. Und dass hier die zunächst vorhersehbar erscheinenden Ursachen für die Krise doch deutlich komplexer ausfallen.

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10.02.2012: Die SZ ermittelt mit Martin Amis' Roman "Die schwangere Witwe" jenen Nullpunkt, an dem sich Sex und Liebe trennten. Die FAZ geht mit Didier Decoin der Frage nach, warum 38 Menschen der um ihr Leben kämpfenden Kitty Genovese nicht halfen. Die FR feiert den "famose Falschmünzer" Juri Andruchowytsch und seinen Roman "Perversion". Begeistert ist sie auch von Michael Ondaatjes Roman "Katzentisch". Mehr lesen

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