Bücherschau der Woche
Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.
Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
Über uns
Service für Leser
Service für Kunden
Aus dem Archiv
- Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
- Der dänischer Karikaturenstreit: Eine europäische Presseschau
- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
Links
Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Klappentext
Übertragen von Hinrich Schmidt-Henkel. Neben seinen erzählenden und essayistischen Büchern hat Michel Houellebcq drei Gedichtsammlungen veröffentlich, von denen "Suche nach Glück" nun als Erste übersetzt vorliegt. Diese Gedichte folgen einer Ästhetik des Augenblicks und lassen sich als ein einziges großes Gedichtparlando lesen: autobiografisch, bekenntnishaft und unangestrengt von den Themen Houellebecqs, vom Leiden an unserer Gesellschaft getragen.
Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 20.12.2000
Etwas widersprüchlich mutet die Rezension Volker Weidermanns an. Denn zunächst erklärt er dem Leser, dass es in diesem Band um die Suche nach dem Glück geht, dass diese Suche jedoch vergeblich ist, weil "auf dieser Welt, in dieser Zeit, in diesem Leben, mit diesen Menschen (nun mal) kein Glück zu finden ist". Mit dieser Erkenntnis ist er dem Autor bzw. dem Ich-Erzähler offenbar ein ganzes Stück voraus. Denn dieser ist - wie der Leser weiter erfährt - doch tatsächlich immer noch nicht hoffnungslos und "ist guter Dinge". Gar einen "Neuen Euphorismus" diagnostiziert der Rezensent hier bei Houellebecq und merkt an: "Als Dichter war er früher größer". Wenn man sich als Leser in Erinnerung ruft, wie Weidermann Houellebecqs Roman "Elementarteilchen" früher beurteilt hat, so kann man diese Rezension nur als völligen Verriss des vorliegenden Gedichtbandes verstehen.
Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 05.10.2000
Ein einziges wirkliches Liebesgedicht in diesem Gedichtband, vermeldet Gerda Zeltner, ansonsten vernimmt sie eher ein Insistieren auf dem Leid, der Einsamkeit, der fast mystischen Hingabe und Versenkung, die manchmal in New-Age-Trivialitäten abzurutschen droht. Aber eben nur beinahe. Ansonsten zeigt sich die Rezensentin sehr beeindruckt von diesem - zweisprachig herausgegebenen - Gedichtband, der zunächst durch die altmodische äußere Form auffällt. Houellebecq hat sich an die strenge vierzeilige Reimform des Alexandriners gehalten; sein Übersetzer wiederum hat diese Art der poetischen Gestaltung respektiert, weshalb seine Übertragung auf Zeltner stellenweise etwas schwerfällig wirkt. Ob man Houellebecqs Tristesse mag oder nicht - und Zeltner scheint sie nicht durchweg zu mögen -, sie gesteht ihm "bewegend schöne Bilder" und einen "authentischen poetischen Widerhall" seines Gefühls des Verlustes, des Ekels und Zweifelns an der Welt zu.
Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 09.09.2000
Michel Houellebecqs Gedichte seien beinahe so etwas wie ein Kontraststück zu den viel berühmteren Romanen, befindet der Rezensent Hans-Peter Kunisch. Wo diese immer neue Gipfel der Unerbittlichkeit anstreben, erweise sich der Lyriker Houellebecq als zwar lakonisch, aber letztlich "so sentimental wie romantisch". Der Autor gebe sich hier als "clownesker Christus", der immer wieder auf das Leid der Welt aufmerksam machen wolle. Sehr gut findet es der Rezensent, dass neben der deutschen stets die französische Fassung der Gedichte abgedruckt ist - spätestens so erweist sich die deutsche Übersetzung nämlich, so Kunisch, als "etwas unbeholfen".
Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Von Lesern empfohlene Bücher
Petur Gunnarsson: punkt punkt komma strich
Aus dem Isländischen von Benedikt Grabinski. Eine isländische Kindheitsgeschichte, die am Ende des Zweiten ...
Moti Kfir, Ram Oren: Sylvia Rafael
Als bei den Olympischen Spielen in München im September 1972 elf israelische Sportler von einer palästinensischen ...
Archiv: Bücherschauen
Uangenehm plausibel
11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen
Archiv: Vorgeblättert
Joan Didion: Blaue Stunden
09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen
Maria Sonia Cristoff: Unbehaust
06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen
Lisa Kränzler: Export A
02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen







