Perlentaucher - Das Kulturmagazin

| Folgen Sie uns auf Twitter | Folgen Sie uns auf Facebook | Anmelden | Mobil | RSS | Newsletter

zuletzt aktualisiert 12.02.2012, 14.50 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Paul Veyne

Foucault

Der Philosoph als Samurai

Cover: Foucault

Reclam Verlag, Ditzingen 2009
ISBN-10 3150106842
ISBN-13 9783150106846
Gebunden, 240 Seiten, 19,90 EUR

Bestellen bei Buecher.de

Klappentext

Aus dem Französischen von Ursula Blank-Sangmeister. Am 25. Juni 1984 verlor die Welt in Michel Foucault den provozierendsten und kämpferischsten Philosophen des 20. Jahrhunderts. Der berühmte französische Althistoriker Paul Veyne hat ihm nun ein schönes, ein großartiges Denkmal gesetzt mit einem Buch, das sowohl Foucaults Denken, dessen aufklärerische und umstürzlerische Kraft noch längst nicht ausgeschöpft ist, als auch seine Person auf faszinierende Weise lebendig werden lässt. Es wurde das Dokument einer großen Freundschaft zwischen dem Kenner der Antike und dem enigmatischen Samurai der französischen Philosophie.

Leseprobe beim Perlentaucher

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 01.07.2009

Angesichts des deutschen Titels des Foucault-Buchs von Paul Veyne, einem Historiker, Archäologen und Studienfreund des vor 25 Jahren an Aids gestorbenen Philosophen, keimen in Jan Füchtjohann die schönsten Hoffnungen auf. Umso größer seine "Enttäuschung", entpuppt es sich doch nur als ein weiteres Buch zu Leben und Werk des für sein virulentes Denken und seine schillernde Persönlichkeit berühmten Intellektuellen. Dass Veyne dem Objekt seines Buches weder "intellektuell noch literarisch" das Wasser reichen kann, wird Füchtjohann bei der Lektüre schmerzlich bewusst, und weil er sich von einem Freund Foucaults insbesondere was Geschichten aus dem Leben angeht, erheblich mehr erhofft hat, grollt er dem Autor. In einer etwas überraschenden Wende erklärt Füchtjohann die Lektüre dann aber doch für lohnenswert, schließlich berge es geng interessante Passagen.

Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 06.06.2009

Dass Foucault kein Teufel war, sondern ein Samurai mit dem Schreibschwert, lässt sich Rezensent Uwe Justus Wenzel von Paul Veyne in dessen nun auf Deutsch vorliegendem Buch auseinandersetzen. Wenzel erkennt in Veynes Bildnis des befreundeten "Kriegers" Foucault einen Gegenentwurf zum moralisierenden Intellektuellen a la Zola oder Sartre. Anders als dieser, so versteht Wenzel den Autor, begibt jener sich nur punktuell, dafür sehr konkret und mit markanter Eleganz ins Gefecht. Dankbar lernt Wenzel nicht nur die Gefechtsgewohnheiten des intellektuellen Kriegers kennen, sondern begegnet anhand der Doppelperspektive des Autors Foucault von innen und außen und gleich "manchem Unanschaulichen" aus seinem Denken in plastischer wie nonchalanter Form. Dass es Veyne nicht gelingt, sämtliche Rätsel um die Gestalt des Denkers Foucault zu lösen und seine Schwächen anders als mit menschlicher Unzulänglichkeit zu erklären, ist für Wenzel noch kein Grund, das Buch gering zu schätzen. Foucaults Lebenskunst, so erklärt er, gebe der Autor immerhin einen Namen: Voluntarismus.

Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks

Mailen | Drucken | Merkzettel | Empfehlen auf Facebook | Twittern |

blog comments powered by Disqus

Archiv: Bücherschauen

Uangenehm plausibel

11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen

Archiv: Vorgeblättert

Joan Didion: Blaue Stunden

09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen

Maria Sonia Cristoff: Unbehaust

06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen

Lisa Kränzler: Export A

02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren