Perlentaucher - Das Kulturmagazin

Anmelden | RSS | Newsletter

zuletzt aktualisiert 22.03.2010, 11.03 Uhr

Bücher der Saison

Eine Auswahl der interessantesten, umstrittensten und meist besprochenen Bücher der Saison.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Mohammed Abed Al-Jabri

Kritik der arabischen Vernunft

Die Einführung

Cover: Kritik der arabischen Vernunft

Perlen Verlag, Berlin 2009
ISBN-10 3980900088
ISBN-13 9783980900089
Gebunden, 232 Seiten, 19,80 EUR

Bestellen bei Buecher.de

Klappentext

Aus dem Französischen von Vincent von Wroblewsky und Sarah Dornhof. Mit einem Vorwort von Reginald Grünenberg und Sonja Hegasy. Die "Kritik der arabischen Vernunft" des in Marokko lebenden Philosophen Mohammed Abed al-Jabri ist die bedeutendste Fundamentalanalyse der arabischen Kultur.
Es geht dem Autor darum, politische und soziale Denk- und Handlungsmuster zu entwickeln, mit denen die arabische Welt ihre eigene Geschichte wieder in die Hand bekommt, anstatt weiterhin von der eigenen idealisierten Vergangenheit manipuliert zu werden. Al-Jabri hat sich auf diese faszinierende philosophische Expedition begeben, um zu zeigen, dass es doch noch eine eigene, eine arabische Form der Moderne geben könnte.

Leseprobe beim Perlentaucher

Möchten Sie dieses Buch kommentieren?

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 22.09.2009

Laut Stefan Weidner hat der Band das Zeug, unsere Vorurteile bezüglich der Unvereinbarkeit von Islam und Aufklärung auf die Probe zu stellen. Weidner staunt über die von Mohammed Abed Al-Jabri präsentierten Erkenntnisse, etwa zum Fehlen der Subjekt-Objekt-Trennung beim arabischen Leser religiöser Texte und zum Stand der Leserautonomie (nicht vorhanden) in der arabischen Welt. Eine Bestätigung der Vorurteile sieht Weidner hier dennoch nicht. Offenbar überzeugend bringt der Autor dagegen ein dreiteiliges Schema verschiedener Wissensproduktionen in Stellung, das der sunnitischen Wissenskultur die aristotelisch-rationale sowie die mystische Denkweise an die Seite stellt. Ein forcierter Ansatz? Nein, findet Weidner. Al-Jabris überzeugt ihn durch eine inspirierende wie schlüssige Lesart der arabischen Geistesgeschichte, die sogar die abendländische philosophische Tradition als "gewissermaßen ursprünglich arabische" wieder salonfähig machen könnte.

Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 22.08.2009

Rezensent Martin Riexinger begrüßt die deutsche Übersetzung der "Kritik der arabischen Vernunft" von Mohammed Abed Al-Jabri. Viele intellektuelle Debatten der islamisch-arabischen Welt werden seines Erachtens in der deutschsprachigen Öffentlichkeit nicht wahrgenommen, weil Übersetzungen wichtiger Werke fehlen. Insofern dankt er dem Verlag ausdrücklich dafür, dieses grundlegende Werk des marokkanischen Philosophen zugänglich gemacht zu haben. Er betont den Abstand Al-Jabris zu den herrschenden weltanschaulichen Lagern, zu Islamisten wie Liberalen und Marxisten. Im wesentlichen sieht er die Intention des Autors darin, der arabischen Kultur einen Weg aus ihrer Fixierung auf die Vergangenheit zu weisen. Ein erneuertes arabisches Denken müsse sich das Erbe kritisch aneignen. Riexinger skizziert Al-Jabris philosophische Auseinandersetzung mit der philosophischen und theologischen arabischen Tradition. Dabei hebe der Autor die Leistung bedeutender arabischer Philosophen hervor, Wissenschaft und Religion auseinander zu halten. Deutlich wird für Riexinger damit auch, dass die Idee einer autonomen Vernunft durchaus in der arabischen Zivilisation verankert ist.

Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks

Bücher von Lesern empfohlen

Buch: Die Anatomie der SchwermutRobert Burton: Die Anatomie der Schwermut
Aus dem Englischen und mit einem Essay von Ulrich Horstmann. Burtons Riesenwerk handelt von einem Leiden, das jeder ...

Buch: KeeperMal Peet: Keeper
Aus dem Englischen von Eike Schönfeld. In einer Zeitungsredaktion sitzen sich zwei Männer gegenüber: ...

Archiv: Bücherschauen

Vexierspielkünstler

20.03.2010: Die FAZ hat Denis Johnsons Thriller "Keine Bewegung!" gelesen und freut sich über das Gespür des Autors für kriminelle Loser. Die FR folgt der zehnjährigen Dora durch Jacques Roubauds Abenteuer und Geheimnis verheißenden "Verwilderten Park". Sehr anregend findet die NZZ Eric Hobsbawms Buch über "Globalisierung, Demokratie und Terrorismus". Die taz spürt einen Hauch von Erlösung in Don DeLillos Roman "Der Omega-Punkt". Mehr lesen

Archiv: Vorgeblättert

Richard Yates: Ruhestörung

22.03.2010: Der amerikanische Schriftsteller Richard Yates (1926-1992) erzählt in seinem 1975 erschienenen Roman "Ruhestörung" die Geschichte des beruflich erfolgreichen John Wilder, der nach einem Burn-out und Zwangsaufenthalt in der Psychiatrie seine Erlebnisse verfilmen will und in neue Zwänge gerät. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen

Francois Walter: Katastrophen

15.03.2010: Für die Natur gibt es keine Katastrophen, nur für die Menschheit. Der Schweizer Historiker Francois Walter hat eine Kulturgeschichte ihrer Bewältigung geschrieben und der Sinnsuche des Menschen: Strafe Gottes, Prüfung der Gottesfürchtigen sowie Ansporn zu neuen technischen Entwicklungen. Hier eine Leseprobe aus "Katastrophen". Mehr lesen

Betina Gonzalez: Nach allen Regeln der Kunst

11.03.2010: Im Erstlingsroman der Argentinierin Betina Gonzalez begibt sich eine Tochter auf die Suche nach den Spuren ihres Vaters, eines mittelmäßigen Bildhauers, und nimmt Kontakt mit seinen Geliebten auf. Hier eine Leseprobe aus "Nach allen Regeln der Kunst". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren