Perlentaucher - Das Kulturmagazin

| Folgen Sie uns auf Twitter | Folgen Sie uns auf Facebook | Anmelden | Mobil | RSS | Newsletter

zuletzt aktualisiert 12.02.2012, 21.04 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Mircea Cartarescu

Nostalgia

Cover: Nostalgia

Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 2009
ISBN-10 3518420747
ISBN-13 9783518420744
Gebunden, 416 Seiten, 24,80 EUR

Bestellen bei Buecher.de

Klappentext

Aus dem Rumänischen von Gerhardt Csejka. "Nostalgia" erzählt von Kindheit und Jugend im Bukarest der sechziger und siebziger Jahre. Im Licht der Erinnerung, die aus den Empfindungen aller Sinne aufersteht, gewinnen die Schauplätze eine überwältigende Präsenz. Da ist das zerklüftete, morastige Gelände hinter dem Wohnblock am Stefan-cel-Mare Boulevard, wo der geheimnisvolle Knabe Mendebilus eine ganze Kinderbande mit somnambuler Akrobatik und tiefsinnigen Geschichten in Bann schlägt. Oder der glitschige unterirdische Tunnel, durch den Gina und Andrei ins Naturhistorische Museum geraten, wo sie ihre erste Liebesnacht erleben. Schließlich der bizarre, melancholische Turm am Stadtrand und seine riesenhaften Bewohner.

Leseprobe beim Perlentaucher

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 29.08.2009

Eingenommen ist Hans-Peter Kunisch von diesem aus ineinander übergehenden Erzählungen bestehenden Roman über die Jugend im rumänischen Plattenbau, mit dem Mircea Cartarescu 1993 zum bedeutendsten Schriftsteller seiner Generation in Rumänien avancierte. Schon die erste Erzählung "Roulettespieler" hat ihm mit ihrer "Atmosphäre offener Panik" den Atem verschlagen, aber auch die weiteren Geschichten des Bandes, in denen sich die wuchernde "metaphernreiche Sprachkunst" des Autors zunehmend entfaltet, haben ihn tief beeindruckt. Er fühlt sich bei der Lektüre, wenn der Autor seine Protagonisten in den Wahnsinn schickt, an Dostojewski erinnert. Aber auch an Proust: durch einen Reichtum an Details und eine "sinnliche Dichte", durch die sich die Melancholie des Werks von der "Erinnerungsseligkeit" in der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur unterscheidet.

Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.06.2009

Ein bisschen klappern die Manierismen schon, und Wolfgang Schneider ist sich im klaren darüber, dass Mircea Cartarescus Texte bei aller magischen, den Rezensenten in Rausch versetzenden Beschreibungskunst immer auch nah am Kunstgewerblichen vorbeischrammen. Dass es beim Vorbeischrammen bleibt und nicht zum Crash kommt, macht die 1993 im Original erschienenen Prosastücke für Schneider zum literarischen Ereignis weit über Rumänien hinaus. Der Autor, ein "psychedelischer Proust", nimmt den Rezensenten mit in ein phantasmagorisches Weltpanoptikum mit Bodenhaftung. Auch wenn Schneider beim Lesen auf Szenisches verzichten muss, sind es doch reale Orte seiner Heimatstadt Bukarest, von denen aus Cartarescus Fantasie abhebt, oder wenigstens bekannte Versatzstücke aus Literatur und Popkultur.

Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 20.06.2009

Diese Geschichten möchte man nach Lektüre von Ekkehard Knörers Kritik sofort lesen. Mircea Cartarescu erzählt mit fantastischen Mitteln vom Leben im sozialistischen Rumänien. Fantastisch ist das insofern, präzisiert Knörer, weil die Geschichten immer im Realen ihren Ausgangspunkt nehmen, diese Realität dann aber so übersteigert wird, dass sie ins Phantastische führt. Wie die Geschichte von dem Mann, der zu Beginn in seinem Dacia sitzt und sich immer raffiniertere Hupen einbauen lässt: am Ende gar eine "gewaltige Orgel". Die spielenden Hände dehnen sich immer mehr aus und wuchern schließlich ins Universum, lesen wir. Dieser Übersteigerung folgt in den meisten Erzählungen die Implosion, berichtet Knörer. Oft wisse nicht einmal mehr das erzählerische Ich, ob es sich wirklich zugetragen hat, wie zuvor beschrieben. Und das erzählt ja auch einiges über das Leben im Rumänien Ceausescus.

Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks

Mailen | Drucken | Merkzettel | Empfehlen auf Facebook | Twittern |

blog comments powered by Disqus

Archiv: Bücherschauen

Uangenehm plausibel

11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen

Archiv: Vorgeblättert

Joan Didion: Blaue Stunden

09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen

Maria Sonia Cristoff: Unbehaust

06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen

Lisa Kränzler: Export A

02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren