Bücherschau der Woche
Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.
Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
Über uns
Service für Leser
Service für Kunden
Aus dem Archiv
- Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
- Der dänischer Karikaturenstreit: Eine europäische Presseschau
- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
Links
Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Klappentext
Aus dem Englischen von Klaus Modick. Nachdem sein früherer Vorgesetzter bei einem Bombenattentat ums Leben gekommen ist, wird der Geschichtslehrer Omar Jussuf Direktor der UN-Schule in Bethlehem. Als er mit seinem neuen Boss, einem Schweden namens Magnus Wallender, in den Gazastreifen fährt, um UN-Schulen zu inspizieren, müssen sie erfahren, dass einer der UN-Lehrer verhaftet worden ist. Der Vorwurf: Er sei ein Informant der CIA, etwas, das seine Frau vehement bestreitet. Während Omar Jussuf und seine Kollegen sich noch darum bemühen, die Freilassung des Lehrers zu erreichen, wird Magnus Wallender von den Saladin-Brigaden entführt, der mächtigsten Miliz im Gazastreifen. Als ein anderer UNO-Mitarbeiter getötet wird, zieht die UNO ihre ausländischen Mitarbeiter aus dem Gazastreifen ab, und Omar Jussuf ist nun ganz allein auf sich gestellt, um die beiden anderen Kollegen zu retten.
BuchLink. In Kooperation mit den Verlagen (Info):
Matt Beynon Rees: Ein Grab in Gaza - Informationen und Leseprobe beim Verlag C.H. Beck
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.04.2009
Laut Sandra Kegel besticht der neue Roman von Matt Beynon Rees weder durch seinen Krimiplot noch durch die "holzschnitthafte" Hauptfigur. Was Kegel an der Fortsetzung von "Ein Grab in Gaza" gefällt, ist die Idee, einen Krimi an diesem Ort von Korruption, Gewalt und Fanatismus anzusiedeln und dem Leser die Möglichkeit zu geben, auf unkonventionelle Art etwas über die Hintergründe des Nahost-Konflikts zu erfahren. Zwar bleiben die Israelis in diesem Tableau ausgeblendet, räumt Kegel ein, und eine politische Stellungnahme des Autors enthält es auch nicht. Die bittere Situation des palästinensischen Volkes jedoch findet sie eindringlich abgebildet und sogar historisch eingeordnet.
Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 29.01.2009
Zwiespältig hat Rezensent Tobias Gohlis diesen Kriminalroman des nun als freier Schriftsteller in Jerusalem lebenden, ehemaligen Nahostkorrespondenten des "Time"-Magazins aufgenommen. Zwar mag er die Hauptfigur Omar Jussuf - wie er schreibt, ein palästinensischer Geschichtslehrer in einem Flüchtlingslager auf der Westbank, der als Amateurdetektiv gegen die Auswüchse des Terrors der Extremisten in der eigenen Gesellschaft kämpft. Denn Gohlis erkennt in Jussuf den nahöstlichen Wiedergänger einer Chandler- oder Hammett-Figur. Doch so spannend er die ?genau recherchierten? Einblicke in die Lebenswelt und das Denken gemäßigter Palästinenser auch findet, für Gohlis steckt ?eine eigentümliche Wünschträumerei? darin, der schließlich gar den Eindruck eines ?verdrehten Orientalismus? in ihm weckt, weshalb er die Geschichte literarisch letztlich nicht wahrhaftig findet.
Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 27.01.2009
Andreas Fanizadeh äußert sich kritisch über Matt Beynon Rees' Kriminalroman "Ein Grab in Gaza". Während Rees' erster Krimi "Der Verräter in Bethlehem" ihn durchaus überzeugte, kann er sich mit vorliegendem Werk nicht anfreunden, obwohl auch dieses Mal der als Privatermittler agierende palästinensische Lehrer Omar Jussuf die Hauptrolle spielt. Die Idee, über die Alltagsperspektive Jussufs einen differenzierten Blick der palästinensischen Gesellschaft zu vermitteln, scheint Fanizadeh zwar gut. Aber: was im "Verräter in Bethlehem" gelang, weil sich der Autor eingefahrenen nationalistischen Erzählmustern widersetzte, funktioniert für Fanizadeh bei Omar Jussufs zweitem Fall überhaupt nicht. Im Gegenteil: Er hält Rees einen "Rückfall in nationalistische Vorurteile" vor. Besonders ärgert er sich seine klischeehafte Darstellung von Palästinensern und über stereotyp angelegten Charaktere: "Die Hamas kann literarisch nur glaubwürdig unterwandern", so der Rezensent, "wer dabei keine antiarabischen Vorurteile schürt."
Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Mehr Bücher aus dem Themengebiet
Von Lesern empfohlene Bücher
Petur Gunnarsson: punkt punkt komma strich
Aus dem Isländischen von Benedikt Grabinski. Eine isländische Kindheitsgeschichte, die am Ende des Zweiten ...
Moti Kfir, Ram Oren: Sylvia Rafael
Als bei den Olympischen Spielen in München im September 1972 elf israelische Sportler von einer palästinensischen ...
Archiv: Bücherschauen
Uangenehm plausibel
11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen
Archiv: Vorgeblättert
Joan Didion: Blaue Stunden
09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen
Maria Sonia Cristoff: Unbehaust
06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen
Lisa Kränzler: Export A
02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen








