Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 12.02.2012, 12.25 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Jorge Semprun

Unsre allzu kurzen Sommer

Cover: Unsre allzu kurzen Sommer

Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 1999
ISBN-10 3518410814
ISBN-13 9783518410813
gebunden, 252 Seiten, 20,35 EUR

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Klappentext

Nie zuvor hat Jorge Semprun bisher über seine Familie geschrieben. Doch nun erzählt er von der Vertreibung aus dem Paradies seiner Heimatl. 1936 floh die Familie Semprun vor dem spanischen Bürgerkrieg nach Frankreich. Als mittelloser Gymnasiast verbrachte der junge Jorge die drei Sommer bis zum Ausbruch des zweiten Weltkriegs im Pariser Exil. Von einer Bäckersfrau wegen seines spanischen Akzents verlacht, lernt er innerhalb weniger Wochen, perfekt Französisch zu sprechen. Die Gedichte Baudelaires im Kopf und einen - gestohlenen - Baedeker unter dem Arm, erkundet Jorge die Geheimnisse der Stadt Paris, seiner Plätze und Boulevards und entdeckt die Welt der Weiblichkeit.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 11.11.1999

Gar nicht immer leicht zu lesen findet Klaus Harpprecht diesen neuen Band aus Jorge Sempruns großer, autobiographisch-historischen Erinnerungsarbeit. Und manchmal streife Semprun in seiner "gutartigen Eitelkeit" auch den Kitsch. Wenn er zum Beispiel festlege, dass er eingewickelt in die Trikolore der spanischen Republik an der Grenze zu Spanien begraben werden wolle "nimmt das Pathos Überhand". Trotzdem schildert Harpprecht liebevoll, wie Semprun die schwierige Jugend eines sechzehnjährigen Spanienflüchtlings im Paris der dreißiger Jahre schildert. Im Grunde seines Herzens sei Semprun bis heute ein Rotspanier geblieben.

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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 12.10.1999

Zwiespältig äußert sich Martin Ebel über den neuen Roman Jorge Sempruns: So findet er dieses Stück Erinnerungen zwar "leichter, lichtvoller" als die vergangener Bücher (schliesslich beschreibt Semprun auch eine Zeit, in der es für ihn noch kein KZ Buchenwald gegeben hat). Allerdings stört Ebel die immer wieder durchscheinende Eitelkeit des Autoren, der den Leser im Übermaß mit Prominenten behellige. Darüber hinaus vermisst Ebel die Möglichkeit des Selbst-Entdeckens. Die vielen Wiederholungen und Verweise Sempruns erscheinen ihm als zu aufdringlich. Ebel fragt sich sogar, ob Semprun die Leser womöglich für ein wenig begriffsstutzig hält. Einen "großen Entwurf" mag der Rezensent hier zugestehen. Stilistisch sei Semprun in diesem Buch jedoch "nicht ganz auf der Höhe".

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Archiv: Bücherschauen

Uangenehm plausibel

11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen

Archiv: Vorgeblättert

Joan Didion: Blaue Stunden

09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen

Maria Sonia Cristoff: Unbehaust

06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen

Lisa Kränzler: Export A

02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren