Bücherschau der Woche
Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.
Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
Über uns
Service für Leser
Service für Kunden
Aus dem Archiv
- Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
- Der dänischer Karikaturenstreit: Eine europäische Presseschau
- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
Links
Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Boris Pahor
Piazza Oberdan
Klappentext
Aus dem Slowenischen von Reginald Vospernik. Boris Pahor erzählt anhand der Geschichte des Platzes, der von den Italienern nach Guilielmo Oberdank benannt und von den Österreichern nach einem Attentatsplan gegen Kaiser Franz Joseph gehängt wurde, die Geschichte der Slowenen in Triest. In der k.u.k.-Zeit lebten Slowenen, Italiener und deutschsprachige Österreicher hier im wesentlichen friedlich zusammen. Nach dem Anschluss der weltoffenen Stadt, die einer Vielfalt von Kulturen offen gegenüberstand, machte sich hier der Faschismus schon vor der Machtübernahme in Italien bemerkbar. Die Niederbrennung des slowenischen Kulturhauses blieb bis heute ungesühnt.
Immer wieder dient die einst polyglotte Stadt, die im Einvernehmen mit dem slowenischen Hinterland auf dem Karst lebte, den Aufmärschen postfaschistischer Gruppen, Bersaglieri usw.; die slowenische Identität ist auf den ersten Blick nicht mehr zu spüren. Pahors Bestreben geht dahin, die Vielfalt der Kulturen in der Hafenstadt auch für die Zukunft in einem vereinten Europa zu erhalten.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.06.2009
Für Judith Leister ist das Buch kein Meisterwerk. Wer Boris Pahor kennenlernen möchte, dem empfiehlt sie ein anderes Buch aus dessen Oeuvre, zum Beispiel den großen Erinnerungsroman "Nekropolis". Dem vorliegenden Band, in dem Pahor das Schicksal der Slowenen unter italienischer Herrschaft in der Grenzregion um Triest in einer Collage aus Tagebuch Autobiografie, Kurzprosa und historischen Dokumenten verhandelt, fehlt es laut Leister an Formwillen. Etwas weniger "patriotisches Sentiment", meint sie, hätte dem Text auch gut getan. Als Beitrag zur slowenisch-italienischen Geschichte hat das Buch für sie allerdings durchaus seinen Wert.
Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 31.12.2008
In jeder Hinsicht merkwürdig (aber auch höchst denkwürdig) findet Rezensent Karl-Markus Gauß das Buch des 1913 geborenen slowenischen Schriftstellers über den nach dem italienisch-slowenischen, von den Österreichern hingerichteten Freiheitskämpfer Guglielmo Oberdan benannten Platz in Triest. Nicht nur, dass sich Boris Pahor erst im Alter von über 90 Jahre mit der Geschichte des Platzes und seines Namenspatrons zu beschäftigen begonnen habe. Auch formal ist Pahor in seinem Buch aus Sicht des Rezensenten ungewöhnliche Wege gegangen. Denn ob es sich hier um einen Roman, eine historische Studie oder einen "Novellenkranz" handele, sei so leicht nicht zu spezifizieren. Gauß informiert, dass Pahor in seinem Buch einen eigenen Lebensbericht mit dem "Roman eines urbanen Platzes" und seiner Geschichte zwischen Totalitarismus, Amnesie und nationalem Gedenkkult mit Abschnitten aus vor Jahrzehnten verfassten Novellen oder Essays zusammengeschnitten habe. Daher umfasse das Buch eine Zeitspanne von 1939 bis 2005, als der 92jährige Autor über die winterliche Piazza spaziert und ins Grübeln kommt. Die Übersetzung sei zwar etwas ungelenk, findet Gauß, der aber den kleinen Kitab-Verlag doch nicht genug für seine Verdienste um das Werk Pahors rühmen kann.
Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 01.12.2008
Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Von Lesern empfohlene Bücher
Laszlo Vegel: Bekenntnisse eines Zuhälters
Aus dem Ungarischen von Lacy Kornitzer. Im Mittelpunkt dieses legendären ungarischen Romans steht eine Gruppe ...
Charles Dantzig: Wozu lesen?
Aus dem Französischen von Sabine Schwenk. Kleine Feuilletons zu einer großen Frage. In leichtem und ...
Archiv: Bücherschauen
Für ein Happy End
03.02.2012: Die FAZ versinkt in William Trevors sehr irischem Roman "Turgenjews Schatten", der von der Liebe zweier Menschen erzählt, die einfach nicht für das Leben gerüstet sind. Die SZ liest Krimis von Buddy Giovinazzo, verübelt ihm aber, dass er den literarischen Wahnsinn zum Tiefstpreis verschleudert. Mehr lesen
Archiv: Vorgeblättert
Lisa Kränzler: Export A
02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen
Hanna Krall: Rosa Straußenfedern
30.01.2012: Briefe, Fragmente, Zettel und Erzählungen erzählen vom Leben der polnischen Autorin Hanna Krall, ihrer Freunde und Zeitgenossen. Der Zweite Weltkrieg, die Volksrepublik Polen, Solidarnosc, vergegenwärtigen sich in ihrer Biografie. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Rosa Straußenfedern". Mehr lesen
Peter Nadas: Parallelgeschichten
26.01.2012: Peter Nadas erzählt die Geschichte der Budapester Familie Demen und ihrer Freunde, deren persönliche Schicksale mit der ungarischen und deutschen Vergangenheit verknüpft sind. Meilensteine in diesem gewaltigen Epos sind die ungarische Revolution 1956, der ungarische Nationalfeiertag am 15. März 1961 und, rückblickend, die Deportation der ungarischen Juden 1944/45 sowie die dreißiger Jahre in Berlin. Lesen Sie hier einen Auszug aus Nadas' Roman "Parallelgeschichten". Mehr lesen







