Mit 20 Abbildungen. Vor 100 Jahren wurde sie in Berlin-Schöneberg geboren: Gisela Sophia Freund, die Tochter eines jüdischen Kaufmanns und Kunstsammlers und spätere Porträtfotografin und Fotojournalistin Gisele Freund. Mit 16 verließ sie die großbürgerliche Umgebung, machte Abitur auf einer Schule für Arbeiterkinder, studierte am Institut für Sozialforschung in Frankfurt, begann ihre Dissertation über die Geschichte der Fotografie im Frankreich des 19. Jahrhunderts und floh Ende Mai 1933 im Nachtzug nach Paris im Gepäck ihre Leica, ein Geschenk des Vaters an die rebellische Tochter. Die Kamera war es, die fortan Gisele Freunds Leben bestimmte. Mit ihren sensiblen Porträtaufnahmen von Andre Malraux, James Joyce, Virginia Woolf u. a. und ihren einzig artigen Fotoreportagen blieb sie hierzulande lange ein Geheimtip, bis sie in den 1970er Jahren plötzlich en vogue war.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19.12.2008
Diese zum hundertsten Geburtstag von Gisele Freund erscheinende Biografie, findet die Rezensentin, hätte die so witzig wie weise ihr eigenes Leben schildernde Fotografin besser selber schreiben sollen. Zwar erscheint Sandra Kegel das Buch mit seinem bisher unveröffentlichten Bild- und Textmaterial spannend und detailliert genug. Die von Bettina de Cosnac bevorzugte kleinteilige Kapitelordnung jedoch und ihre handwerklichen Fehler, sprachliche Redundanzen namentlich, empfand Kegel beim Lesen zuweilen als störend.
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