Manfred Flügge

Die vier Leben der Marta Feuchtwanger

Biografie
Cover: Die vier Leben der Marta Feuchtwanger
Aufbau Verlag, Berlin 2008
ISBN 9783351026646
Gebunden, 422 Seiten, 24,95 EUR

Klappentext

Wiederholt hat Lion Feuchtwanger versucht, einen Roman über seine Frau zu schreiben; es gelang ihm nicht. Und in der Tat: Marta Feuchtwanger ist eine Herausforderung, ihre Geschichte ist, wie jedes bedeutsame Leben, auch ein Roman ihrer Epoche: Eine Münchner Jüdin, die durch Flucht und Exil zur Weltbürgerin wurde, eine Zeugin eines Jahrhunderts, das ihr viel zugemutet, aber auch viel gegeben hat. Sie war eine moderne Frau mit ihrer eigenen Form der Emanzipation, eine einflussreiche Anregerin, eine blendende Erscheinung bis ins hohe Alter, Sportlerin, große Liebende, Emigrantin und Repräsentantin, auch Märtyrerin zuweilen, Gefährtin eines schwierigen Kompagnons, an dessen Größe und Irrtümern, Engagement und Freiheitswillen sie teilhatte. Ein Leben zwischen Leid und Luxus - Maskenbälle, Empfänge, Internierungslager, Flucht unter Gefahr -, zwischen München, Berlin, Sanary-sur-Mer und Los Angeles.Die Biografie ist gestützt auf umfangreiches, teilweise bisher unerschlossenes Material, darunter die intimen Tagebücher Lion Feuchtwangers.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.12.2008

Voller Wohlwollen äußert sich Oliver Pfohlmann über Manfred Flügges Biografie von Marta Feuchtwanger, die er als brillant geschrieben und gründlich recherchiert preist. Der Rezensent entnimmt der Lebensbeschreibung nicht nur, dass Marta außerordentlich sportlich und couragiert gewesen ist, er stellt sich aufgrund der Beschreibung auch vor, dass die schöne und exotisch aussehende Frau und ihr nur 1,65 Meter große Mann Lion ein ziemlich "seltsames Paar" gewesen sind. Lion Feuchtwanger war als "Womanizer" bekannt, der neben seiner Ehe unzählige Liebschaften unterhielt und sich nicht selten über die Launen seiner Frau beklagte, lässt sich der Rezensent vom Autor unterrichten. Nicht zuletzt, weil Flügge den außerehelichen Aktivitäten Lion Feuchtwangers so viel Aufmerksamkeit schenkt, hat der Rezensent mitunter das Gefühl, er lese eine Lion-Feuchtwanger-Biografie, und er gesteht, dass ihm einiges an der Beziehung des Paares "rätselhaft" bleibt. Trotzdem hält sich der Eindruck, Pfohlmann habe diese Lebensbeschreibung sehr gefesselt.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 06.12.2008

Jens Malte Fischer begrüßt Manfred Flügges Biografie über Marta Feuchtwanger, Gattin des berühmten Romanautors Lion Feuchtwanger. Lobend hebt er die lebendige Darstellung des Autors sowie seine gründliche Recherchen hervor. Zu seinem Bedauern ist die Quellenlage teilweise ziemlich dürftig. Daher bleiben seines Erachtens Teile von Martas Leben vage, zum Beispiel wenn es um das Exil in Kalifornien geht oder um ihre Einstellung zu den sexuellen Eskapaden ihres Mannes. Der "Höhepunkt" der Biografie scheint Fischer die Darstellung des französischen Exils, zumal die Quellenlage hier recht gut ist. Martas Leistungen als Beschützerin und Organisatorin in dieser Zeit rufen seine Bewunderung hervor. Danach, im kalifornischen Exil, werde Marta jedoch wieder Teil des Plurals "Die Feuchtwangers".

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