Bücherschau der Woche
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Klappentext
Aus dem Russischen übertragen von Franziska Stöcklin. Mit einem Nachwort von Ulrich Schmid. Der Journalist Dowlatow, der denselben Namen wie der Autor hat, versucht sich etwas halbherzig als Mitarbeiter bei einer Parteizeitung in Tallinn, doch es geht nicht ohne Kompromisse... Mit Witz und lässt der Autor die Menschen ihren oft wenig heldenhaften Spagat zwischen der etwas trostlosen, banalen und auch absurden Realität der siebziger Jahre und den eigenen Träumen machen... Dowlatow veröffentlichte den roman zuerst 1981 in den USA.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 08.09.2009
In ihrer Hommage an den 1990 im New Yorker Exil gestorbenen russischen Schriftsteller und Journalisten Sergej Dowlatow stellt die Lyrikerin Olga Martynova dessen Erzählungsband "Der Koffer" und seinen Roman "Der Kompromiss" vor. In seinen einzelnen Kapiteln erzählt der Roman, ausgehend von Berichten aus einer russischsprachigen Zeitung in Estland deren Hintergrund und Entstehung, erklärt die Rezensentin. Aus der Diskrepanz zwischen Zeitungsbericht und Wirklichkeit entsteht die komische Wirkung und auch die "Dramatik" dieser Geschichten aus dem Redaktionsalltag und Martynova findet hier eine herrliche Ansammlung "spätsowjetischer Absurditäten". Als bittere Ironie der Geschichte empfindet die Rezensentin, dass Dowlatows Werke in Russland erst nach seinem Tod zu allgemeiner Anerkennung kamen und er zu Lebzeiten weder dort noch im sowjetischen Estland, wo er einige Jahre als Journalist arbeitete, beruflich Fuß fassen konnte.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 08.11.2008
Eins haben die Helden in Sergei Dowlatows Büchern "Der Koffer" und "Der Kompromiss" gemeinsam, schreibt Rezensent Jörg Plath: Sie sind Streuner, Tagediebe, die sich auf nichts festnageln lassen. Das Ausweichmanöver ist gewissermaßen ihr Ziel. Dowlatow, erfahren wir, wurde 1941 geboren, lebte nach einem Journalistikstudium von 1972 bis 1975 in Estland, war dann Fremdenführer auf Puschkins Landgut und emigrierte 1978 in die USA, wo er nicht ganz erfolglos blieb. Immerhin, so Plath, druckte der "New Yorker" zehn seiner Erzählungen. In "Der Kompromiss" erzählt er von einem Journalisten in Tallin, der seine Artikel durchgeht und zu jeder Meldung die dahinter liegende - meistens wohl ziemlich groteske - Geschichte erzählt. Dowlatow zeigt "pathosfrei" die "klassenlose Sowjetunion von unten", meint der Rezensent, der sich ganz gut amüsiert zu haben scheint. Franziska Stöcklins Übersetzung ins Schweizerdeutsche findet er allerdings "etwas sperrig" und das Nachwort, von Ulrich Schmid hätte er sich etwas ausführlicher gewünscht.
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