Perlentaucher - Das Kulturmagazin

Anmelden | RSS | Newsletter

zuletzt aktualisiert 09.02.2010, 16.23 Uhr

Bücher der Saison

Eine Auswahl der interessantesten, umstrittensten und meist besprochenen Bücher der Saison.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Edgar Allan Poe

Umständlicher Bericht des Arthur Gordon Pym aus Nantucket

Roman. 7 CDs

Cover: Umständlicher Bericht des Arthur Gordon Pym aus Nantucket

Parlando Verlag, Berlin 2008
ISBN-10 3935125887
ISBN-13 9783935125888
CD, 29,95 EUR

Bestellen bei Buecher.de

Klappentext

7 CDs, 547 Minuten. Ungekürzte Lesung von Christian Brückner. Aus dem Amerikanischen von Arno Schmidt. Der Ich-Erzähler Arthur Gordon Pym berichtet von seinen furchtbaren Erlebnissen an Bord eines Walfängers. Als blinder Passagier, versteckt von seinem Freund im Bauch des Schiffes, wird ihm das Leben zur Qual. Während unter der Besatzung eine Meuterei ausbricht, erlebt er alle Schrecken des Lebendig-begraben-Seins. Bei einem schweren Sturm kentert das Schiff. Pym rettet sich auf das kieloben treibende Wrack, dem Wahnsinn nahe... Was als Abenteuerreise begann, wird zur Höllenfahrt.

Möchten Sie dieses Buch kommentieren?

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 31.12.2008

Als "Hörgenuss vom Feinsten" feiert Rezensent Rolf Michaelis Christian Brückners Einlesung von Edgar Allan Poes fantastischem, auf hoher See spielenden Gruselroman. Was die Lesung für ihn speziell zum Ereignis macht, ist die Fähigkeit Brückners, ebenso überzeugend den "sachlichen Ton des Berichterstatters" wie den naiven Ton Pyms zu präsentieren, und dabei auch noch die schrulligen Feinheiten von Arno Schmidts Poe-Übersetzung mitglänzen zu lassen, die Michaelis immer wieder genussvoll "ins Biedermeierliche der Entstehungszeit" des Textes "ausflippen" hört.

Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 14.10.2008

Wilhelm Trapp ist von Christian Brückners Lesung genauso begeistert wie von dem Roman. Edgar Allan Poe, für Trapp ein grandioser Autor und Chronist "tiefster Seelenpein", habe mit diesem rätselhaften Text auf mehrfache Weise die literarische Moderne vorweggenommen. In dem "See- und Schockroman" von 1838 geht es um die Reise des Jungen Pym, der in einem Kanu langsam dem Südpol, vor allem aber der Farbe Weiß, entgegendriftet. Damit sei gewiss die Sinnlosigkeit und der Zweifel gemeint, die "übercodierte Leere", die später die Moderne dominierte, erklärt Trapp. Sarkastisch und unkonventionell mute ebenfalls an, dass der Autor das Konzept der sinnorientierten Erzählung infragestellt und darüber hinaus mit Autorschaft und Metafiktion spielt. Pyms Sprache bekommt in Brückners Inszenierung genau den richtigen Ausdruck, findet Trapp. Der Stimmkünstler sei der Inbegriff eines Männertyps, der "ein wenig zur Hysterie neigt": in seinem eigenen Verlag intoniert er viele US-amerikanische Romane, gibt sich speziell der "Desolation des westlichen Helden" hin. Für Trapp trifft diese Inszenierung wirklich ins Schwarze: in Brückners Pym sieht er einen lebenshungrigen aber ebenfalls xenophoben Menschen, hinter dem er den Geist des Kolonialismus vermutet.

Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks

Bücher von Lesern empfohlen

Buch: Havanna im SpiegelAlma Guillermoprieto: Havanna im Spiegel
Aus dem Spanischen und Englischen von Matthias Wolf. 1970 verließ die junge Mexikanerin Alma Guillermoprieto ...

Buch: Klar bin ich eine Ost-Frau!Martina Rellin: Klar bin ich eine Ost-Frau!
Martina Rellin hat sich mit Frauen aus dem Osten darüber unterhalten, was sie wirklich bewegt, wie sie ihr ...

Archiv: Bücherschauen

Das Gegenglück, der Geist

09.02.2010: Großer Bahnhof für J.M. Coetzee: Zu seinem Siebzigsten preisen FAZ, FR, NZZ und SZ den neuen autobiografischen Roman "Sommer des Lebens" als "grandios", "raffiniert" und "wahrste, kühnste und unterhaltsamste Literatur". Sehr lieb ist der NZZ die Anti-Hysterie von Arno Geigers Eheroman "Alles über Sally". Die taz feiert Amir Hassan Cheheltans großartigen Roman "Teheran Revolutionsstraße". Mehr lesen

Archiv: Vorgeblättert

Christopher Isherwood: Löwen und Schatten

08.02.2010: Großartig erzählt Christopher Isherwood in "Löwen und Schatten" von seiner Schul- und Studienzeit in London und Cambridge in den zwanziger Jahren, von seinen ersten Schreibversuchen und seinen ersten Freunden und Liebhabern. Hier eine Leseprobe. Mehr lesen

Miljenko Jergovic: Freelander

01.02.2010: Karlo Adum heißt der Held in Miljenko Jergovics neuem Roman "Freelander". Er ist ein pensionierter Lehrer und begibt sich eher widerwillig auf eine Irrfahrt durch Kroatien nach Bosnien und Herzegowina. Zu einer Testamentseröffnung. Lesen Sie hier einen Auszug.
Mehr lesen

Alain Mabanckou: Black Bazar

25.01.2010: Alain Mabanckou erzählt in seinem Roman "Black Bazar" sehr selbstironisch von den Träumen afrikanischer Männer, die in Paris ihr Glück suchen. Und hin und wieder auch einen Rückschlag verschmerzen müssen. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen

Archiv: Buchautoren