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zuletzt aktualisiert 12.02.2012, 14.50 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Andrea C. Busch, Almuth Heuner (Hrsg.)

Bei Ankunft Mord

23 Krimis mit vielen Reisetipps

Cover: Bei Ankunft Mord

Gerstenberg Verlag, Hildesheim 2000
ISBN-10 3806725063
ISBN-13 9783806725063
Gebunden, 326 Seiten, 20,35 EUR

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Klappentext

Mit 60 zweifarbigen Illustrationen von Bengt Fosshag. 25 Kurzkrimis, die tödliche Eifersucht und bizarre Mordlust mit der Freude am Reisen verbinden. Dazu viele Geheimtips in und außerhalb Europas, von der heißesten Sauna Islands bis zu den exotischsten Düften Singapurs, von den besten Tortelli der Toskana bis zum originellsten Jazzkeller New Yorks. Aus aller Welt stammen die Autoren und die Reiseziele dieses Buches: aus England, Kanada, Teneriffa, Frankreich, Amerika, Italien und Deutschland, wie zum Beispiel Willem van de Wetering, Sabine Deitmer, Peter Zeindler, Regula Venske, Larry Block, Carmen Iarrera, Alfred Komarek, Jürgen Alberts und Reinhard Jahn.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 31.08.2000

In einer Sammelbesprechung widmet sich Tobias Gohlis den folgenden Krimis:
1) Busch/Heuner (Hrsg.): "Bei Ankunft Mord"
Eine Anthologie von 24 Minikrimis, die unter dem Gesichtspunkt zusammengestellt sind, dass der Tatort ein Urlaubsort ist. Und diese Idee lässt Gohlis höchst ausführlich darüber nachsinnen, was der Tourist mit dem Detektiv gemeinsam hat, die Neugier und den temporären Aufenthalt z.B., und warum die konkrete Verortung eines Verbrechens gerade darum als Buchidee nicht ausreichen kann. Die Anthologie, so findet er, spricht zwar "die detektivische und die reiselustige" Seite in uns an, aber "missversteht" sie dann beide. Ob eine betrogene Investorin einem Immobilienhai auf Teneriffa eine Glasplastik über den Schädel haut oder sich zwei Tramperinnen eines zudringlichen Autofahrers erwehren müssen, ist letztlich nicht der Punkt. Wenn es denn in Teneriffa oder Australien ist, gibt das höchstens ein wenig Lokalkolorit hinzu. Insofern ist, schreibt Gohlis, die Idee zwar "hübsch" aber die Ausführung "enttäuschend".
2) Bradle/Sloan: "Temutma"
Tetmutma ist ein Monster, das "dem Turbowahnsinn" Hongkongs direkt entsprungen scheint, meint Gohlis. Das Ungeheuer lebt in den Kellern der Altstadt und konnte nur durch größte Anstrengung "magischer Kräfte" bisher zurückgehalten werden. Jetzt aber wird es durch den Abriss des Viertels entfesselt und terrorisiert die Stadt. Die Autoren haben mit ihrem "genresprengenden Erstling" der Stadt ein neues, ein "tollwütiges Gesicht gegeben", meint Tobias Gohlis.
3) Jean-Claude Izzo: "Total Cheops"
Tatort ist hier Marseilles, und die Geschichte, die vom Ende einer Jugendfreundschaft handelt, könnte, meint Gohlis, so auch nirgends anders spielen. Als Jugendliche haben sich die Protagonisten, drei Jungen und ein Mädchen, hier durchgeschlagen "gegen Ausbeuter, Bullen, Mafia, Fremdenhass, elterliche Engstirnigkeit". Jetzt kehrt einer von ihnen als Polizist zurück und muss sich und die anderen neu konfrontieren mit der Vergangenheit, als die Vierer-Gemeinsamkeit durch die Liebe zerstört wurde. Durch den zurückkehrenden Fabio Montale, meint Gohlis, hat der Autor dem Detektiv-Typus des melancholischen Einzelgängers eine neue Variante hinzugefügt: den exilierten traurigen Clown. Mit seiner Monatale-Trilogie ist der kürzlich verstorbene Autor zum "Simenon Marseilles" geworden, meint Tobias Gohlis.
4) Mongo Beti: "Sonne Liebe Tod"
In einem ungenannten westafrikanischen Land geschehen dem Journalisten Zam merkwürdige Dinge: seine CD-Sammlung wird geklaut, seine Freundin verschwindet und eine Leiche taucht in seiner Wohnung auf. Der mittels billigstem Alkohol von ihm "errichtete Schutzschild gegen die Wirklichkeit" zerbricht und seine Suche entführt ihn in die Realität eines "stinknormalen Wahlkampfes", berichtet Gohlis. Eine "schwarze Politsatire", die besonders beschwingt durch die Sprache, ein äußerst gewähltes "Akademie-Französisch", meint der durchaus entzückte Rezensent.

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