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Klappentext
Aus dem Französischen von Elisabeth Edl. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts treibt im kleinen Dorf Ropraz im Jura der Schweiz ein bestialischer Leichenschänder sein Unwesen. Die Bevölkerung des ganzen Landstrichs ist in Aufruhr; Angst und Wut brauchen einen Schuldigen. Jacques Chessex hat mit einer so akribischen wie stilistisch geschliffenen Rekonstruktion des historischen Falls einen erstklassigen Schauerroman geschrieben.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.10.2008
Ein Jammer, dass dieser Autor bei uns kaum bekannt ist, seufzt Rezensent Jürg Altwegg. Allerdings hat er Hoffnung, dieser Roman möge den "mit Philippe Jaccotet wichtigsten Schriftsteller der Westschweiz" endlich bei uns ankommen lassen. Jacques Chessex nämlich beeindruckt den Rezensenten nicht nur durch seine Themen und Motive (Versuchung, Sünde, Tod), sondern vor allem durch seinen realistischen Stil. In der hier erzählten (authentischen) Geschichte eines Leichenschänders haben Chessex' "kurze, starke Sätze" ihre Wirkung. Ort und Figuren brennen sich dem Rezensenten sofort ein. Der Verzicht auf naheliegende Psychologisierungen, der "subtile" Wechsel der Erzählperspektive - alles führt Altwegg direkt auf die "absolute Untat" hin, um die es dem Autor zu tun sei und die er gekonnt überhöhe. Dem vampiresken Helden, erklärt Altwegg voller Hochachtung, setzt Chessex nämlich ein doppeltes Denkmal: Als Figur in einem Text Blaise Cendrars' und indem er seinen Leichnam kurzerhand in den Triumphbogen einmauern lässt.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 07.10.2008
Eine dunkle Erzählung legt Jacques Chessex mit "Der Vampir von Ropraz" vor und der Rezensent Peter Urban-Halle kann sich nicht ganz entscheiden, ob er diese klassische Schauergeschichte loben soll. "Packend und verwirrend" und "suggestiv und zugleich fatalistisch" bezeichnet er sie stattdessen und steht ihr offenbar ambivalent gegenüber. Im Buch geht es um die Bewohner des Hinterwäldler-Dorfs Ropraz in der Schweiz, die von einer Welle blutiger und entsetzlicher Schandtaten aus ihrem Normalalltag herausgerissen werden und durch eine hysterische Hetzjagd auf den Täter die Kehrseite ihrer menschlichen Gesichter zeigen. Anfang des 20. Jahrhunderts spielt die Geschichte, und Chessex entwerfe mit wechselnder Erzählerstimme (Ich oder Wir) ein Psychogramm einer Gemeinde in Aufruhr, berichtet Urban-Halle. Allerdings etwas zu einseitig, bemerkt er weiter, denn am Ende tragen alle die Schuld. E.T.A Hoffmann, mit dem Chessex immerhin verglichen wird, billige seinen Figuren immerhin noch "moralische Freiheit" zu und "bei Chessex ist nur die Gesellschaft schuld", gibt sich Urban-Halle etwas enttäuscht.
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